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Sektionen

Archiv: Neujahrskonzert

Langenzersdorf Festsaal

Interpreten

Programm

Franz von Suppé
Ouvertüre zur Operette «Pique Dame»
Dmitri Schostakowitsch
Polka aus der Ballettsuite «Der Bolzen» Nr. 5 op. 27a
Anton Rubinstein
Melodie F-Dur op. 3/1 (Bearbeitung: Vincent d'Indy)
Georges Bizet
«Me voilà seule dans le nuit» Arie der Leila aus der Oper «Les pêcheurs de perles»
Georges Bizet
Carmen-Suite Nr. 1, Les Toréadors
- Pause -
Julius Fucik
Florentiner Marsch op. 214
Josef Strauss
Delirien, Walzer op. 212
Johann Strauss
Künstler-Quadrille op. 201
Johann Strauß Vater
Seufzer-Galopp op. 9

Das neue Jahr beginnt bei den Tonkünstlern mit einer lieb gewonnenen Tradition: ein Strauß herrlicher Melodien aus Oper und Operette, beliebte Orchesterklassiker und Höhepunkte des symphonischen Repertoires, sorgsam und geschmackvoll zusammengestellt zu einem unterhaltsamen Potpourri, das Wiederbegegnungen und neue Bekanntschaften bietet. Das Neujahrskonzert der Tonkünstler ein herrlich klingender Auftakt für 2016 ...
Prosit Neujahr!

Philipp Pointner

Biografie

Philipp Pointner, geboren in Wien, erhielt seine Ausbildung in seiner Heimatstadt an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien und an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in den Fächern Dirigieren, Korrepetition und Komposition. Nach dem Abschluss mit Auszeichnung war er ab 1994 Dirigent an der Cape Town Opera. Philipp Pointner gastierte zu dieser Zeit auch am Civic Centre in Johannesburg und beim südafrikanischen Grahamstown-Festival. Seither ist er regelmäßig in Cape Town und Pretoria zu Gast.

Sein weiterer Weg führte ihn an zahlreiche wichtige Häuser der deutschsprachigen Theaterlandschaft, so nach Hamburg, Köln, Mannheim und Braunschweig, ferner nach Bern und an die Volksoper Wien, nach Innsbruck und Graz. Bis 2013 war Philipp Pointner Erster Kapellmeister am Staatstheater Nürnberg. Als Ballettdirigent ist er seit 2015 Gast des Königlichen Balletts Flandern (Belgien). Im Konzertbereich arbeitet Philipp Pointner mit renommierten Klangkörpern wie der Staatsphilharmonie Nürnberg, dem WDR Rundfunkorchester Köln, dem Philharmonischen Orchester im spanischen Oviedo, dem Staatsorchester Braunschweig, der Staatsphilharmonie Brandenburg, der Bayerischen Kammerphilharmonie und dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn zusammen. Für 2017 ist die erste Zusammenarbeit mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien geplant.

Stand

2016

Charles Gounod

«Je veux vivre» Arie der Julia aus der Oper «Romeo et Juliette»

    Dauer

    4 Min.

    Charles Gounod gilt als Begründer der Opéra lyrique. Über seine Oper «Roméo et Juliette» meinte der Komponist selbstbewusst, dass die dramatische Steigerung gut gelungen sei: «Der erste Akt endet brillant; der zweite zart und träumerisch; der dritte lebhaft, groß und breit, mit den Duellen und dem Bannspruch über Roméo; der vierte dramatisch; der fünfte dramatisch.» Gounod schätzte Shakespeares Dramen ganz besonders, in jungen Jahren hatte er eine Aufführung von Berlioz’ «Roméo et Juliette» miterlebt und trug sich lange Jahre mit dem Gedanken, diesen Stoff zu vertonen. Gemeinsam mit seinen bewährten Librettisten Jules Barbier und Michel Carré setzte er seinen Plan 1864 in die Tat um.

    © Tonkünstler Betriebsges.m.b.H. | Marie-Therese Arnbom

    Johann Strauss

    Leichtes Blut, Polka schnell op. 319

      Dauer

      2 Min.

      Johann Strauß war nicht nur der König der Goldenen Ära der Wiener Operette, er schuf auch viele bis heute unvergessene und gerne gehörte Tanzkompositionen für den Ballsaal wie auch für die Konzertbühne. Sogar Richard Wagner, der aus Anlass einer Ehrung zu seinem 60. Geburtstag selbst einmal den Walzer «Wein, Weib und Gesang» op. 333 dirigierte, soll seinen Wiener Kollegen damals «unseren Walzerkönig» genannt haben.

      Zu den berühmteren tanzmusikalischen Werken zählt die Polka schnell «Leichtes Blut» op. 319 aus dem Jahr 1867. Damals veranstaltete Johann wie auch schon in den Jahren zuvor am ersten Fastensonntag, dem 10. März 1867, gemeinsam mit seinen Brüdern Joseph (1827–1870) und Eduard (1835–1916) eine Karnevalsrevue im Wiener Volksgarten, auf welcher alle für den vergangenen Fasching geschriebenen neuen Kompositionen konzertant aufgeführt wurden. Später so bekannt gewordene Stücke wie die beiden Walzer «Künstlerleben» op. 316 und «An der schönen blauen Donau» op. 314 – hier erstmals mit Einleitung und Coda – standen schon am Programm, doch fehlte dem Komponisten noch eine Schnell-Polka. So schrieb Johann Strauß, auch im Hinblick auf seine im Sommer bevorstehende Reise zur Weltausstellung nach Paris, in den letzten Faschings­tagen das «Leichte Blut». Das Publikum in Wien war so begeistert, dass diese Schnell-Polka sogar wiederholt werden musste. Später wurde ihr auch ein Text unterlegt.

      © NÖ Tonkünstler Betriebsgesellschaft m.b.H. | Eva Maria Hois

      Alexander Borodin

      Polowetzer Tänze aus der Oper «Fürst Igor»

      Sätze

      • Introduzione. Andantino - Allegro vivo - Allegro

      • Presto

      Dauer

      8 Min.
      Franz Lehár

      «Es lebt eine Vilja» Lied der Hanna Glawari aus der Operette «Die Lustige Witwe»

        Dauer

        4 Min.

        Unvermindert zauberhaften Reiz verströmt auch eine gar nicht mehr so junge Dame, die sogar jenseits des Hunderters nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hat: Als Bernhard Herzmansky Senior, der Chef des Musikverlags Doblinger, einst seine Brieftasche zückte, einem jungen, viel versprechenden Komponisten mit einem Vorschuss aus der Patsche half und sich damit dessen nächste Oper­ette für seinen Verlag sicherte, hätte sich wohl auch er die Intensität des Triumphzuges von Franz Lehárs «Lustiger Witwe» nicht träumen lassen. Ihre Premiere am 30. Dezember 1905 im Theater an der Wien unter Lehárs eigener Leitung läutete nicht weniger als eine neue Ära des Genres ein, in der das Werk innerhalb kürzester Zeit schwindelerregende Aufführungsrekorde errang – und der Erfolg ist ihm bis heute treu geblieben. Vor Jahren schon, als sie noch ein armes Mädel vom Land war, hatten Hanna und Graf Danilo sich verliebt – doch dieser durfte sie wegen des Standesunterschiedes nicht heiraten. Während er Vergessen bei den Grisetten im Maxim suchte, warf sie sich einem reichen Bankier an den Hals, der jedoch schon in der Hochzeitsnacht das Zeitliche segnete. Nun könnten ihre Millionen das «arme Vaterland», nämlich den fiktiven Balkanstaat Pontevedro, sanieren – doch werden die «zwei Königskinder» unter diesen widrigen Umständen zueinander finden? – Im zweiten Akt auf ihrem traditionell pontevedrinischen Fest singt Hanna das lyrisch verträumte «Vilja-Lied» in der Hoffnung, damit Danilo aus der Reserve locken zu können.

        © NÖ Tonkünstler Betriebsges.m.b.H. | Walter Weidringer

        Josef Strauss

        Buchstaben-Polka op. 252 (Bearbeitung: Max Schönherr)

          Dauer

          3 Min.

          Viele Kenner halten ihn ja sogar für den begabteren Komponisten, Johanns zwei Jahre jüngeren Bruder Josef Strauß. Der betrieb die Musik zunächst nur als Hobby, strebte das Ingenieurs-Diplom an und erfand Maschinen zur Straßenreinigung, wurde jedoch von der Mutter in die Kapellmeister-Rolle gedrängt, als Johann 1852 einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte – kein Wunder bei den ökonomisch zwar ertragreichen, aber höchst anstrengenden Gepflogenheiten der Strauß-Kapelle, die durch Teilung mehrere Engagements pro Abend annehmen konnte, wobei Johann von Lokal zu Lokal fuhr und sein Auftritt regelmäßig den Höhepunkt des Abends markierte. Obwohl selbst an Migräne leidend, vertrat Josef seinen Bruder, trat abwechselnd mit ihm oder gleichzeitig an anderem Ort auf, bis auch er einen Kollaps erlitt und der jüngste Bruder Eduard in die Bresche zu springen hatte. Als Komponist war Josef zunehmend erfolgreich, wenn auch nicht so populär wie Johann, wobei seine oft unter der Abkürzung «J. Strauß» erschienenen Werke vom Publikum oft fälschlich dem bekannteren Bruder zugeordnet wurden. Viele Klein­odien sind da noch zu entdecken – zum Beispiel die Buchstaben-Polka op. 252. Gemeinsam mit anderen Novitäten wie dem Schützen-Marsch erklang diese Polka française erstmals am 24. Juli 1868 bei einem Konzert, das während des mehrtätigen Bundes-Schützenfestes im Wiener Volksgarten stattfand. Zu seinem Namen kam das originelle Werk dadurch, dass Josef Strauß das Hauptmotiv mit einer ansteigenden Tonleiter in F-Dur beginnen lässt, welche die ersten sieben Buchstaben des Alphabets umfasst: a-b-c-d-e-f-g.

          © NÖ Tonkünstler Betriebsges.m.b.H. | Walter Weidringer

          Franz Lehár

          «Meine Lippen, sie küssen so heiß» Lied der Giuditta aus der Operette «Giuditta»

            Dauer

            4 Min.

            Mit seinem letzten Bühnenwerk «Giuditta» gelang Franz Lehár, was er schon als junger Komponist angestrebt hatte: Sie wurde am 20. Jänner 1934 in der Wiener Staatsoper uraufgeführt. Direktor Clemens Krauss wollte dies zwar verhindern, doch benötigte die Staatsoper dringend Geld, also einen musikalischen Erfolg. Und dieser wurde ihr durch die «Giuditta» auch beschert, die bei der Premiere die bisher höchsten Einnahmen einspielte.

            Das Libretto zu dieser «Musikalischen Komödie» – wie Lehár sie selbst nannte – in fünf Bildern stammte von Paul Knepler und Fritz Löhner-Beda. Die männliche Hauptrolle sang der von Lehár so geschätzte Richard Tauber. Die Geschichte ist in Südeuropa und Nordafrika der Gegenwart angesiedelt: Der junge Offizier Octavio verliebt sich in die schöne Giuditta und ihre wunderbare Stimme. Als er den Befehl zur Abreise nach Nordafrika erhält, verlässt Giuditta ihren alternden Ehemann Manuele und begleitet ihn. In Afrika verleben die beiden eine glückliche Zeit, doch als Octavio an die Front muss, kann ihn Giuditta nicht zur Fahnenflucht verleiten; er verlässt seine Geliebte. Diese wird Tänzerin in einem Nachtlokal und führt nun ein ungezügeltes Leben. Octavio gibt aus Sehnsucht seine Offizierslaufbahn auf und sucht Giuditta, die aber mittlerweile zahllose Männerbekanntschaften unterhält Octavio kann sie nicht mehr zurückgewinnen. Er kehrt nach Europa zurück und wird Pianist in einer Bar. Durch Zufall kommt Giuditta nach einigen Jahren dorthin und singt das bekannte Walzerlied «Meine Lippen, sie küssen so heiß». Ihre alte Liebe zu Octavio entflammt wieder, doch will dieser nun nichts mehr von ihr wissen.

            Lehár bemühte sich zwar um eine «besonders sorgfältige Instrumentierung, wie sie das reiche, so wundervolle Orchester der Staatsoper auch verlangt», ebenso lag ihm «die wirkungsvolle Behandlung der Singstimmen und Gewähltheit der Thematik» am Herzen. Die große Popularität vieler seiner anderen Werke konnte die «Giuditta» letztendlich aber nicht erlangen.

            © NÖ Tonkünstler Betriebsgesellschaft m.b.H. | Eva Maria Hois

            Franz Lehár

            Gold und Silber, Walzer op. 79

              Dauer

              7 Min.

              Nach einer kurzen Tätigkeit als Primgeiger in einem deutschen Theaterorchester begann Franz Lehár seine eigentliche Karriere bei der Militärmusik. Spielte er zuerst in der Militärkapelle seines Vaters in Wien, so wurde er bald selbst Kapellmeister und war als solcher in Pola, Triest und Budapest tätig, bevor er 1899 wieder in die Reichshaupt- und Residenzstadt der k. u. k. Monar­chie zurückkehrte und dort diese Stelle beim 26. Infanterie-Regiment antrat. Doch hier konnte Lehár nicht wie erwartet viel Zeit dem Komponieren widmen, sondern war mit seinen beruflichen Aufgaben voll ausgelastet. Als er jedoch 1901 mit seiner Kapelle bei einem Faschingsball in den Sophien-Sälen musizierte, gefiel der von ihm eigens dafür komponierte «Paulinen-Walzer» der Widmungsträgerin Fürstin Pauline von Metternich so gut, dass sie ihm sofort den Auftrag erteilte, einen «ganz besonders schönen» Eröffnungswalzer für die unter dem Motto «Gold und Silber» stehende Redoute im darauf folgenden Jahr zu schreiben:

              Lehár komponierte für den 27. Jänner 1902 den Vor­trags­walzer «Gold und Silber» op. 79 und war enttäuscht, als dieser nur als Gebrauchsmusik angesehen und noch dazu nur mäßig beklatscht wurde. So trat er die Rechte daran für wenig Geld an einen unbedeutenden Wiener Musikalienhändler ab, der diese wiederum an Bosworth & Co. in London verkaufte. Diese Firma sollte schließlich ein großes Geschäft mit dem Walzer machen, denn, wie der Musikwissenschaftler und Dirigent Max Schönherr schrieb: «Eindeutig überwand Lehár mit den drei Walzerketten seines Walzers ‹Gold und Silber› […] die hüpfenden der Straußschen und die volkstümlich-derben der Ziehrerschen des vergangenen Jahrhunderts. Er erfand, nach achtzig Jahren weltumspannender Wiener Walzerrhythmen, etwas Neuartiges, Vibrierendes, das sich mehr in der Melodie und in der Harmonie ausdrückte, als wie bisher im vorherrschenden Rhythmus.»

              © NÖ Tonkünstler Betriebsgesellschaft m.b.H. | Eva Maria Hois