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Sektionen

Thomas Larcher

«Red and Green» für Orchester

Sätze

  • Langsam

  • Langsam - Sehr schnell

Dauer

22 Min.

Entstehung

2010

Thomas Larcher, 1963 in Innsbruck geboren, gilt als einer der weltweit bedeutendsten und zugleich interessantesten Komponisten für zeitgenössische Musik. In Wien studierte er Komposition und Klavier, weshalb seine frühen Werke von der intensiven Auseinandersetzung mit dem eigenen Instrument und dessen Klang geprägt sind. Bereits hier zeigte sich Larcher als Grenzgänger der Stile, der mit voller Absicht auch einmal neben den orthodoxen Pfaden der sogenannten Avantgarde wandelt. Unmittelbar auf die erfolgreiche Uraufführung des Orchesterstücks «Red and Green» durch das San Francisco Symphony Orchestra folgte 2011 in der Londoner Royal Albert Hall bei den BBC Proms mit Viktoria Mullova und Matthew Barley die Premiere des Konzerts für Violine, Violoncello und Orchester, für das Larcher 2012 einen der British Composer Awards in der Kategorie «International Award» erhielt.

Weitere attraktive Kompositionsaufträge schlossen sich an. 2014 wurde «A Padmore Cycle», ursprünglich als Liederzyklus für Tenor und Klavier konzipiert, in einer zweiten Fassung für Tenor und Orchester neu komponiert und vom BBC Symphony Orchestra im selben Jahr uraufgeführt. Zur Wiederaufführung in München gelangt das Stück in 16-17. «Alle Tage», Larchers erste Symphonie für Bariton und Orchester, wurde als gemeinsames Auftragswerk vom Radio Filharmonisch Orkest, vom Concertgebouw Amsterdam sowie vom Gewandhausorchester Leipzig im November 2015 von Matthias Goerne mit dem Gewandhausorchester uraufgeführt. Neue Werke, die in der Saison 15-16 uraufgeführt wurden, sind das vierte Streichquartett «Lucid Dreams» für das Belcea Quartet anlässlich seines 20-Jahr-Jubiläums 2015, das Cellokonzert «Ouroboros» für Jean-Guihen Queyras mit Aufführungen in Amsterdam, Lausanne, München, Wien, Oslo, Orebro und Hongkong sowie die zweite Symphonie «Kenotaph» für die Wiener Philharmoniker und Semyon Bychkov, das mit großem Erfolg am 3. Juni 2016 im Wiener Musikverein vorgestellt wurde.

Thomas Larchers bisheriges Schaffen ist beim renommierten Label ECM dokumentiert. 2014 erschien die CD «What becomes». Seine Aufnahmen wurden mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik, einem Choc de la musique und dem Diapason d'Or. Als Composer in Residence erhielt er Einladungen zu diversen Festivals sowie vom Mozarteum Orchester Salzburg, dem Wiener Konzerthaus und der Londoner Wigmore Hall.

Auch im Konzertleben Österreichs spielt Thomas Larcher seit Jahrzehnten eine aktive Rolle. 1994 gründete er das Festival «Klangspuren», dessen künstlerischer Leiter er bis 2003 war. Seit 2004 betreut er in derselben Funktion das Swarovski Kammermusikfestival «Musik im Riesen». Seine Werke erscheinen bei Schott Music London.

Das etwa 20-minütige Orchesterstück «Red and Green» wurde am 7. April 2011 im Flint Center for the Performing Arts unter der Leitung von Osmo Vänskä von der San Francisco Symphony uraufgeführt, das dieses Werk auch in Auftrag gegeben hatte. Weitere Aufführungen - im März 2012 mit dem Sinfonieorchester Basel unter Dennis Russell Davies und im April 2012 mit der Dresdner Philharmonie unter Ludovic Morlot - schlossen sich an.

«Red and Green bezieht sich auf die beiden Farben, die man nicht voneinander unterscheiden kann, wenn man an Rot-Grün-Blindheit leidet - etwas, das mich selbst in geringem Maße betrifft», schreibt der Komponist über sein Stück. Ihn selbst habe immer interessiert, wie «normale Menschen» die Welt sähen. «Rot und grün», formuliert Thomas Larcher, seien «Komplementärfarben, verschiedene Formen von Energie, die in der Tat verschieden sind, aber in enger Beziehung zueinander stehen. Elemente des einen existieren im anderen. Und schließlich repräsentieren Rot und Grün die Verkehrsampeln und somit die Ordnung unserer gesamten städtischen Welt, ähnlich wie Null und Eins in der Computerwelt und in Computersprachen.»

Neben einem großen Streicher- und dem erweiterten Holzbläsersatz mit Englischhorn, Bass- und Kontrabassklarinette und Kontrafagott verlangt Larcher für «Red and Green» eine auch für das Publikum höchst beeindruckende perkussive Ausstattung: Außer dreifachem Glockenspiel, Xylophon, Xylorimba, zwei Vibra- und drei Marimbaphonen, Steel Drum, Röhrenglocken, Gong, Kuhglocken, Wassergong und Trommel mit Schnarrsaiten kommen Sandbleche, Metallfolien und ein Schlagbrett zum Einsatz.

© NÖ Tonkünstler Betriebsgesellschaft m.b.H. | Ute van der Sanden