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Modest Mussorgski

Vorspiel zur Oper «Chowanschtschina» (Bearbeitung: Dmitri Schostakowitsch)

    Dauer

    6 Min.

    Es ist keine Überraschung, dass Opern und Vokalkompositionen sowie programmatische Werke eine große Rolle in Mussorgskis Schaffen spielen, wenn auch viele davon unvollendet geblieben sind - zum Teil, weil er sich voller Enthusiasmus lieber in ein neues Projekt stürzte, als das vorherige abzuschließen; zum Teil, weil sich die Arbeit an manchen Werken über Jahre hinzog und Krankheit und früher Tod die Fertigstellung verhinderten. Seine großartige Oper «Chowanschtschina» etwa reüssierte erst posthum und zunächst in der verfälschenden Instrumentierung von Rimski-Korsakow, dann in einfühlsameren Versionen von Strawinsky, Schostakowitsch und anderen auf der Bühne. Der Titel lässt sich ungefähr mit «Die Chowanski-Schweinerei» übersetzen: Die Historienoper behandelt eine vom Chowanski-Clan gestellte korrupte Staatsmacht und die blutig ausgetragene Kirchenspaltung im orthodoxen Glauben während des 17. Jahrhunderts. Das beliebte Vorspiel, das auch den heutigen Abend eröffnet, setzt als symphonische Dichtung mit lyrischem Zauber die Schönheit des erwachenden Morgens über dem Fluss Moskwa auf dem Roten Platz in Musik. Die Kirchenkuppeln erglänzen im Licht der aufgehenden Sonne, die Glocken rufen zur Frühmesse - eine zarte Idylle, die sich schockartig von den kommenden Ereignissen absetzt. Für das heutige Konzert haben sich Dmitrij Kitajenko und das Orchester für die 1959 entstandene Instrumentierung von Dmitri Schostakowitsch entschieden.

    NÖ Tonkünstler Betriebgesellschaft m.b.H. | Walter Weidringer