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Sektionen

Bilder einer Ausstellung

St. Pölten Festspielhaus | Großer Saal

Interpreten

Programm

Den Siegeszug seiner «Bilder einer Ausstellung» konnte Modest Mussorgski nicht ahnen, bevor er 1886 starb. Zu seinen Lebzeiten wurde der Klavierzyklus weder zur Kenntnis genommen noch aufgeführt. Erst nach der Orchestrierung durch Maurice Ravel für den russisch-amerikanischen Dirigenten Serge Koussevitzky begann die triumphale Erfolgsgeschichte des Werkes, das seither weltweit zu den meistgespielten Lieblingsstücken der klassischen Musik gehört. Für die Tonkünstler unter der Leitung des russischen Dirigenten Dmitrij Kitajenko Grund genug, dem Schöpfer dieses Bestsellers ein ganzes Konzertprogramm zu widmen: Sie kombinieren die «Bilder einer Ausstellung» mit dem Liederzyklus «Lieder und Tänze des Todes» in der Orchesterfassung von Edison Denissow und dem Vorspiel zur Oper «Chowanschtschina». Auch diese war übrigens zum Todeszeitpunkt des Komponisten weder fertiggestellt noch uraufgeführt.

Vladislav Sulimsky

Biografie

Geboren in Weißrussland, absolvierte Vladislav Sulimsky das Rimski-Korsakow-Konservatorium in St. Petersburg und nahm an Meisterklassen bei Elena Obraztsova, Dmitri Hvorostovsky, Vladimir Atlantov, Dennis O'Neal und Renata Scotto teil. Er gewann den 2. Platz beim Elena Obraztsova Wettbewerb in Moskau und erste Preise bei der International Rimski-Korsakow Competition und dem Giacomo Lauri-Volpi Wettbewerb in Rom. Seit 2004 ist Vladislav Sulimsky Mitglied des Mariinski-Theaters, wo er etwa als Rodrigo in «Don Carlo», Germont in «La traviata» und Belcore («L'elisir d'amore») zu erleben war. Des Weiteren trat er an der Opéra de Paris, am Teatro Real in Madrid, am Teatro Regio di Torino und an der Deutschen Oper Berlin auf. Am Bolschoi-Theater in Moskau stand er in Tschaikowskis «Die Zauberin» und als Eugen Onegin auf der Bühne.

In den vergangenen Jahren gab Vladislav Sulimsky sein Debüt am Musiktheater Malmö als Miller in Verdis «Luisa Miller», er trat als Conte di Luna in «Il trovatore» am Mariinski-Theater sowie als Rodrigo («Don Carlo») im Festspielhaus Baden-Baden auf und sang am Theater an der Wien den Fürsten Kurjatew («Die Zauberin»). In der Spielzeit 15-16 debütierte er am Theater Basel als Verdis Macbeth, im Sommer 2016 als Alberich («Das Rheingold») beim Edinburgh International Festival. Im Juni und Juli 2017 wird er als Tomskij in Tschaikowskis «Pique Dame» an der Oper Stuttgart zu erleben sein.

Stand

2017

Mitwirkend bei

Bilder einer Ausstellung

St. Pölten Festspielhaus | Großer Saal

Dmitrij Kitajenko

© Gert Mothes

Biografie

Dmitrij Kitajenko gehört zu den großen Dirigentenpersönlichkeiten unserer Zeit. Seit Jahrzehnten leitet er regelmäßig die bedeutenden Orchester Europas, Amerikas und Asiens. In Leningrad (heute St. Petersburg) geboren, studierte er zunächst an der berühmten Glinka-Musikschule und am Rimski-Korsakow-Konservatorium, später bei Leo Ginzburg in Moskau sowie bei Hans Swarowsky und Karl Österreicher in Wien. 1969 war er Preisträger beim 1. Internationalen Herbert-von-Karajan-Dirigierwettbewerb und wurde mit 29 Jahren Chefdirigent des Stanislawski-Theaters. 1976 übernahm er die Leitung der Moskauer Philharmoniker. Später war er u. a. Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters und des Bergen Philharmonic Orchestra. Seit 2012 ist Dmitrij Kitajenko Erster Gastdirigent des Konzerthausorchesters Berlin. Im September 2015 ernannte ihn das Qatar Philharmonic Orchestra zum Ehrendirigenten.

Mit dem Gürzenich-Orchester Köln, dessen Ehrendirigent er seit 2009 ist, hat Kitajenko preisgekrönte Einspielungen der Symphonien von Schostakowitsch, Prokofjew, Tschaikowski und Rachmaninow vorgelegt. Insgesamt umfasst seine Diskografie mehr als 250 Aufnahmen. Im Herbst 2016 erschien Tschaikowskis «Nussknacker» und Strawinskis Divertimento aus «Der Kuss der Fee». Für sein Lebenswerk und seine Einspielungen erhielt Dmitrij Kitajenko im März 2015 den «Lifetime Achievement Award» bei den International Classical Music Awards.

Stand

2017

Mitwirkend bei

Bilder einer Ausstellung

St. Pölten Festspielhaus | Großer Saal

Modest Mussorgski

Vorspiel zur Oper «Chowanschtschina» (Bearbeitung: Dmitri Schostakowitsch)

    Dauer

    6 Min.

    Es ist keine Überraschung, dass Opern und Vokalkompositionen sowie programmatische Werke eine große Rolle in Mussorgskis Schaffen spielen, wenn auch viele davon unvollendet geblieben sind - zum Teil, weil er sich voller Enthusiasmus lieber in ein neues Projekt stürzte, als das vorherige abzuschließen; zum Teil, weil sich die Arbeit an manchen Werken über Jahre hinzog und Krankheit und früher Tod die Fertigstellung verhinderten. Seine großartige Oper «Chowanschtschina» etwa reüssierte erst posthum und zunächst in der verfälschenden Instrumentierung von Rimski-Korsakow, dann in einfühlsameren Versionen von Strawinsky, Schostakowitsch und anderen auf der Bühne. Der Titel lässt sich ungefähr mit «Die Chowanski-Schweinerei» übersetzen: Die Historienoper behandelt eine vom Chowanski-Clan gestellte korrupte Staatsmacht und die blutig ausgetragene Kirchenspaltung im orthodoxen Glauben während des 17. Jahrhunderts. Das beliebte Vorspiel, das auch den heutigen Abend eröffnet, setzt als symphonische Dichtung mit lyrischem Zauber die Schönheit des erwachenden Morgens über dem Fluss Moskwa auf dem Roten Platz in Musik. Die Kirchenkuppeln erglänzen im Licht der aufgehenden Sonne, die Glocken rufen zur Frühmesse - eine zarte Idylle, die sich schockartig von den kommenden Ereignissen absetzt. Für das heutige Konzert haben sich Dmitrij Kitajenko und das Orchester für die 1959 entstandene Instrumentierung von Dmitri Schostakowitsch entschieden.

    NÖ Tonkünstler Betriebgesellschaft m.b.H. | Walter Weidringer

    Modest Mussorgski

    «Lieder und Tänze des Todes» für Singstimme und Orchester (Instrumentierung: Edison Denissow)

    Sätze

    • Wiegenlied

    • Ständchen

    • Trepak

    • Der Feldherr

    Dauer

    20 Min.

    Entstehung

    1875/77 (1983)

    «Meine handelnden Personen sollen auf der Bühne sprechen, wie lebendige Menschen reden, aber dabei so, dass Charakter und Kraft der Intonation der handelnden Personen, gestützt vom Orchester, welches das musikalische Gewebe ihres Sprechens bildet, ihr Ziel direkt erreichen, d. h., meine Musik soll die künstlerische Nachbildung der menschlichen Rede in all ihren feinsten Biegungen sein, d. h., die Töne der menschlichen Rede als äußere Erscheinungsformen des Denkens und Fühlens, sollen, ohne Übertreibung und Zwang, zu einer wahrheitsgetreuen, genauen, aber künstlerischen, hochkünstlerischen Musik werden.» Was der 29-jährige Mussorgski 1868 im Hinblick auf die Oper geschrieben hat, gilt auch für die Charaktere in seinen Liedern.

    Die «Lieder und Tänze des Todes» entstanden 1875 und 1877 parallel zur «Chowanschtschina» für Singstimme und Klavier nach Gedichten von Arseni Arkadjewitsch Golenischtschew- Kutusow. Der ursprünglich geplante Titel «Danses macabres» spielt auf die Totentanz-Zyklen der bildenden Kunst an, die im 14. Jahrhundert aufkamen. Sie zeigen, wie alle Menschen, von den Ärmsten der Armen bis zu den höchsten geistlichen und weltlichen Autoritäten, ungeachtet ihres Standes vom sprichwörtlichen Sensenmann geholt werden; außerdem dachte Mussorgski an eine größere Sammlung. Schließlich ist es bei vier Liedern geblieben - «balladeske Gesänge, deren jeder vom Sterben eines Menschen, der vierte vom Massensterben in der Schlacht handelt», schreibt der Lied-Experte Werner Oehlmann. Der Tod - in der russischen Sprache übrigens weiblichen Geschlechts - singt nacheinander ein krankes Kind in den ewigen Schlaf, er umwirbt ein junges Mädchen, das am Fieber zugrunde geht, er tanzt mit einem betrunkenen Bauern, der auf dem Heimweg vom Wirtshaus im Schnee erfriert, und «er befiehlt als Feldherr den Gefallenen des Schlachtfeldes», erläutert Oehlmann. Stets erscheint er dabei «in zweideutiger Gestalt als überredender Verführer und als harter, allmächtiger Triumphator, aber nicht eigentlich als böser, zerstörender Dämon, sondern trotz des Grauens, das ihn umgibt, als mitleidiger Erlöser, der die leidenden Menschen zur Ruhe führt.» Mussorgski kleidet das, eng an den Text angeschmiegt, in düstere Farben und unheimliche Wendungen, vermittelt aber auch einen tröstlichen Aspekt am Sterben, der selbst wieder Grauen verursachen mag. Der russische Komponist Edison Denissow hat die «Lieder und Tänze des Todes» 1983 in ein orchestrales Gewand gekleidet, das diese Intentionen einfühlsam und farbenreich verstärkt.

    NÖ Tonkünstler Betriebgesellschaft m.b.H. | Walter Weidringer

    Modest Mussorgski

    «Bilder einer Ausstellung» (Instrumentierung: Maurice Ravel)

    Sätze

    • Promenade. Allegro giusto, nel modo russico, senza allegrezza, ma poco sostenuto

    • 1. Gnomus. Vivo

    • Promenade. Moderato commodo assai e con delicatezza

    • 2. Il vecchio castello. Andante

    • Promenade. Moderato non tanto, pesante

    • 3. Tuileries. Allegretto non troppo, capriccioso

    • 4. Bydlo. Sempre moderato pesante

    • Promenade. Tranquillo

    • 5. Ballet des poussins dans leurs coques. Scherzino. Vivo, leggiero

    • 6. Samuel Goldenberg und Schmuyle. Andante

    • 7. Limoges - Le Marché. Allegretto vivo, sempre scherzando

    • 8. Catacombae (Sepulcrum romanum). Largo - Cum mortuis in lingua mortua. Andante non troppo, con lamento

    • 9. La cabane sur des pattes de poule (Baba-Yaga). Allegro con brio, feroce

    • 10. La grande porte de Kiev. Allegro alla breve - Maestoso - Con grandezza

    Dauer

    29 Min.

    Entstehung

    1874/ (1922)

    «Warum nur leben Hunde und Katzen ? und Geschöpfe wie Hartmann müssen sterben?», klagte Modest Mussorgski 1873 bitterlich über den Tod seines Freundes «Witjuschka», des noch nicht einmal 40-jährigen Malers und Architekten Viktor Hartmann, der ihm nicht nur persönlich, sondern auch ästhetisch sehr nahe stand: Beide hatten sich eine Rückbesinnung auf die nationalen Wurzeln der russischen (Volks-)Kunst auf ihre Fahnen geschrieben. «Uns Dummköpfe trösten in solchen Fällen die Weisen: «Er» ist nicht mehr, aber was er geschaffen hat, lebt und wird leben, ja und - ja, und es sei nicht vielen Menschen das Glück beschieden, nicht vergessen zu werden. Das ist wieder solch ein Schmarren aus menschlicher Eigenliebe (mit wenig Zwiebeln, der Tränen wegen). Ja, hol dich der Teufel mit deiner Weisheit!» Dieser Verlust und der beginnende Zerfall der «Novatoren» machten Mussorgski schwer zu schaffen - und nach dem Höhepunkt seines künstlerischen Lebens, dem triumphalen Publikumserfolg des «Boris Godunow» 1874, begann der gesundheitliche Abstieg.

    Aus Leid und Verzweiflung sollte jedoch schließlich doch nochmals die musikalische Schöpferkraft den Ausweg weisen. Anlass dazu gab eine Hartmann gewidmete Gedächtnisausstellung, die Vladimir Stassow in St. Petersburg organisierte, zufällig in unmittelbarer zeitlicher Nachbarschaft zu den «Boris»-Aufführungen, und zu deren 400 Exponaten (architektonische Entwürfe, Bühnenbilder, Aquarelle, Buchillustrationen u. a.) auch zwei Bleistiftzeichnungen aus dem Besitz des Komponisten zählten. Die Ausstellung und die mit den Bildern verbundenen Erinnerungen an Hartmann, all das muss auf Mussorgski ungeheuren Eindruck gemacht haben. Er fasste den Entschluss, dem verstorbenen Freund ein musikalisches Denkmal zu setzen. Schon ganz im Schaffensrausch schrieb er «an irgendeinem Datum im Juni 1874» an Stassow: «Ich arbeite mit Volldampf am Hartmann, wie ich seinerzeit mit Volldampf am Boris gearbeitet habe. Klänge und Gedanken hängen in der Luft. Ich schlucke sie und esse mich daran voll, kaum schaffe ich es, alles aufs Papier zu kritzeln. Ich schreibe an der vierten Nummer, die Verbindungen sind geglückt (dank der Promenade). Ich möchte das Ganze möglichst bald und sicher zustande bringen. Meine Physiognomie ist in den Zwischenspielen zu sehen. Bis jetzt halte ich es für gelungen. Ich schließe Sie in meine Arme und verstehe, dass Sie mich dafür segnen - also geben Sie mir Ihren Segen!»

    Der Zyklus geriet zu einem der originärsten und eigenwilligsten Werke der gesamten Klavierliteratur. Mit kühner, archaisch modal gefärbter Harmonik, typisch russischer Metrik mit wechselnd Mussorgskiunregelmäßigen 5/4-, 6/4- und 7/4-Takten, außerhalb jeden Kadenzgefälles stehenden Einzelklängen, blockhaft-massiven, dissonanzgeschärften Klaviereffekten neben ätherisch-impressionistischen Anklängen nimmt Mussorgski dabei viele Elemente der bevorstehenden Moderne vorweg. Die Präzision, plastische Eindringlichkeit und der schillernde Farbenreichtum, den er hier dem Klavier abverlangt und der über das Instrument hinausweist, haben nicht nur sehr früh zu verschiedenen Orchesterfassungen des Werkes geführt (neben jener von Maurice Ravel existieren u. a. noch solche von Leo Fintek, Leonidas Leonardis, Henry Wood und Leopold Stokowski, aber auch von Emerson, Lake & Palmer), sondern suggerieren auch ganz andere Bilder als Vorlage, als sie Hartmann geschaffen hat: Mit der Musik im Ohr mag man beim Betrachten der wenigen heute noch erhaltenen Werke enttäuscht sein.

    Mussorgskis Leistung liegt demnach auch in der künstlerischen Überhöhung der Fähigkeiten seines Freundes, mit dem er überdies hier noch einmal in direkte Beziehung tritt: Die Promenade, also das verbindende Intermezzo, das den Komponisten beim Flanieren durch die Ausstellung verkörpert, wird durch den Eindruck der Bilder nicht nur verändert, sondern schließlich in deren musikalische Schilderung völlig integriert und von ihr aufgesogen. Gnomus evoziert einen krummbeinig daherhumpelnden, grotesken Zwerg; in Il vecchio castello scheint ein Troubadour einen melancholischen Gesang anzustimmen, während Tuileries den Trubel spielender Pariser Kinder schildert. In Bydlo zieht ein schwer beladener polnischer Ochsenkarren vorüber, bevor der Hühnernachwuchs, großteils in seinen Eierschalen steckend, das Ballet des poussins dans leurs coques («Ballett der noch nicht ausgeschlüpften Küchlein») tanzt. «Samuel» Goldenberg und «Schmuÿle» basiert auf zwei verschiedenen Bildern gleichzeitig: Die aufgeplustert-großtuerische Attitüde des erfolgreichen Geschäftsmanns mit Pelzmütze wird kontrapunktiert vom Zittern des armen Schluckers. In das turbulente Treiben auf dem Marktplatz von Limoges (Limoges - Le Marché) fahren plötzlich die ehern-harschen Klänge von Catacombae. Zu der Gruppe im blassen Laternenschein in den Gängen der Pariser Unterwelt hat sich (Cum mortuis in lingua mortua, «Mit den Toten in der Sprache der Toten») Mussorgski selbst gesellt: «Der schöpferische Geist des verstorbenen Hartmann führt mich zu den Schädeln und ruft sie an; die Schädel leuchten sanft auf», schrieb er in die Partitur. La cabane sur des pattes de poule («Die Hütte auf Hühnerfüßen») gehört der menschenfressenden russischen Hexe Baba-Jaga, die auf einem Mörser durch die Luft reitet. La grande porte de Kiev («Das große Tor von Kiew») schließlich, das Hartmann in Form eines Helmes entworfen hat, ist ein grandioses musikalisches Doppel-Monument mit Glockengeläut und liturgischem Choralgesang, das Maler und Komponist (Promenade) hymnisch vereint ertönen lässt.

    Das Interesse Maurice Ravels an den «Bildern einer Ausstellung» war nicht nur jenes zufällige eines genialen Instrumentators an einem beliebigen Klavierwerk, das geradezu nach Orchesterfarben zu schreien schien. Denn Mussorgskis Musik, 1874 in Gestalt des Klavierauszugs von «Boris Godunow» erstmals nach Paris gelangt, hatte sich zu Ravels Lebzeiten immer mehr als willkommener Wegweiser aus dem allgemeinen «Wagnérisme » erwiesen, dem die französische Musikwelt wie einem Fieber erlegen war. «Nie werde ich den schon so lange zurückliegenden Tag vergessen, an dem Sie und Ihr Mann uns das Werk von Mussorgski offenbart haben» schrieb Ravel noch im April 1922 an die in Paris lebende russische Sängerin Marie Olénine. Ab 1896 hatte diese gemeinsam mit ihrem Mann, dem Mussorgski Biografen Pierre d'Alheim, und dem Pianisten Charles Foerster die Franzosen in «Konzert-Vorlesungen» mit dem OEuvre des Russen bekannt gemacht; unter den beeindruckten anwesenden Komponisten war auch der junge Ravel. Wenige Tage nach der zitierten brieflichen Reminiszenz begann Ravel seine Instrumentierung des Zyklus, bei der er übrigens eine Wiederkehr der Promenade strich (zwischen 6. und 7. Bild), ansonsten aber nur minimal ins Original eingriff. Auftraggeber war der Dirigent Serge Koussevitzky, der auch am 19. Oktober 1922 in der Pariser Opéra die glanzvolle Uraufführung dieser zweiten Geburt der «Bilder einer Ausstellung» leitete.

    NÖ Tonkünstler Betriebgesellschaft m.b.H. | Walter Weidringer