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Archiv: Lieben Sie Bernstein?

Wien Musikverein | Großer Saal

Interpreten

Programm

Noch vor Beginn ihrer Konzertsaison im Wiener Musikverein wenden sich die Tonkünstler und ihr Chefdirigent an ihr Publikum: «Lieben Sie Bernstein?» heißt es dann im Nachmittagskonzert im Wiener Musikverein. Gespielt werden die "Symphonischen Tänze" aus dem Musical "West Side Story" von Leonard Bernstein, dessen langjähriger Assistent Yutaka Sado war und der ihn auch nach Wien geholt hat. Chefdirigent Yutaka Sado und ORF-Publizist Albert Hosp führen zunächst mit live gespielten Auszügen in das Werk ein, bevor es in seiner Gesamtheit aufgeführt wird.

Diese Veranstaltung ist exklusiv für Teilnehmer am Vorteilsprogramm «Pluspunkt» 16-17 (Mitglieder).

Buchen Sie Ihre beiden Freikarten telefonisch unter T: +43 1 586 83 83 oder per E-Mail an Bitte beachten Sie, dass ein begrenztes Kartenkontingent zur Verfügung steht. Für dieses Konzert gibt es keinen regulären Kartenverkauf.

Albert Hosp

© Julia Wesely

Biografie

Albert Hosp wurde 1964 in Wien geboren. Er studierte 5 Jahre Blockflöte, 10 Jahre Violine, 6 Jahre Musik- und Theaterwissenschaft, 2 Jahre Jazztheorie sowie 3 Jahre Gesang und schloss keines dieser Studien ab.

Die wichtigsten Impulse für seine Laufbahn erhielt er von seinen Geigenlehrern Leopold Buchmann und Erich Schagerl, den Dirigenten, Chorleitern und Komponisten Herwig Reiter und James Moore sowie im Gesangsunterricht von Ksg. Hilde Rössl-Majdan.

Seit 1987 gestaltet er Musiksendungen im ORF-Radio Ö1, bei dem er nach wie vor hauptberuflich tätig ist. Gegenwärtig ist Albert Hosp in den Sendungen "Klassik-Treffpunkt", "Spielräume" und "Ö1 bis Zwei" zu hören. Seit 1997 ist er zudem Kurator des Festivals Glatt&Verkehrt.; Von 1990 bis 2001 arbeitete Albert Hosp als Chorleiter, u. a. mit der Wiener Singakademie und dem Chor der Alten Burse, sowie als Ensemblesänger und Solist, u. a. im Männerquartett Close Harmony. In dieser Zeit verfasste er zahlreiche a-cappella-Arrangements von Spirituals, Pop Songs und Deutschen Schlagern.

Als Sprecher ist er vor allem in Werken zeitgenössischer Musik, auf einschlägigen Festivals wie Wien Modern oder dem Musikprotokoll beim Steirischen Herbst, aufgetreten, u.a. bei Uraufführungen von Peter Androsch und Otto M. Zykan.

Vorträge und das Verfassen von Programmtexten (u. a. für das Tonkünstler-Orchester Niederösterreichisch und die Musikalische Jugend Österreichs) runden sein berufliches Betätigungsfeld ab.

Für seine Radiosendungen wurde er unter anderem zwei Mal mit dem Radiopreis der Erwachsenenbildung (2002 für "Ausgewählt - Aktuelles vom Plattenmarkt" / 2011 für die redaktionelle Verantwortung der Musikviertelstunde im "Radiokolleg") sowie mit einer lobenden Anerkennung beim Andreas-Reischek-Preis 1993 (für die mehr als 100 Teile umfassende Serie "Mozart - Passagen 1791") ausgezeichnet.

Albert Hosp hat vier Kinder und lebt mit seiner Familie in Wien.

Stand

2013

Yutaka Sado

Biografie

Yutaka Sado, in Kyoto geboren, gilt als einer der bedeutendsten japanischen Dirigenten unserer Zeit. Chefdirigent des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich ist er seit der Saison 15-16. Ob Berliner Philharmoniker, Konzerthausorchester Berlin, Bayerisches Staatsorchester, die Symphonieorchester von BR, NDR, SWR und WDR, ob Gewandhausorchester Leipzig, Sächsische Staatskapelle Dresden, London Symphony Orchestra, Orchestre de Paris, Mahler Chamber Orchestra oder Santa Cecilia Rom: Die Liste der Orchester, die Yutaka Sado dirigiert hat bzw. wieder dirigieren wird, ist beeindruckend. Seine Karriere entwickelte sich außerhalb Japans zunächst vor allem in Frankreich, wo er 1993 Chefdirigent des Orchestre Lamoureux in Paris wurde.

Der langjährige Assistent von Leonard Bernstein und Seiji Ozawa gewann wichtige Preise wie den Premier Grand Prix des 39. Internationalen Dirigierwettbewerbs Besançon und den Grand Prix du Concours International L. Bernstein Jerusalem. Seine Verbundenheit zu Bernstein führte ihn als «Conductor in Residence» zum Pacific Music Festival in Sapporo. Seit 2005 ist Yutaka Sado Künstlerischer Direktor des Hyogo Performing Arts Center (PAC) und Chefdirigent des PAC-Orchesters. Sados Bekanntheitsgrad in Japan ist enorm, nicht zuletzt dank einer wöchentlichen TV-Sendung, in der er als Dirigent und Moderator Musikfreunden die Welt der klassischen Musik näherbrachte.

Stand

2016

Mitwirkend bei

Grossbritannien Tournee

Manchester Bridgewater Hall

Grossbritannien Tournee

Leeds Town Hall

Grossbritannien Tournee

London Cadogan Hall

Grossbritannien Tournee

London Cadogan Hall

Grossbritannien Tournee

Nottingham Royal Concert Hall

Grossbritannien Tournee

London Cadogan Hall

Grossbritannien Tournee

Cardiff St David's Hall

Grossbritannien Tournee

Edinburgh Usher Hall

Sabine Meyer spielt Mozart

Wien Musikverein | Großer Saal

Sabine Meyer spielt Mozart

Wien Musikverein | Großer Saal

Tschaikowski 5

Grafenegg Auditorium

Tschaikowski 5

Wien Musikverein | Großer Saal

Tschaikowski 5

St. Pölten Festspielhaus | Großer Saal

Tschaikowski 5

Wien Musikverein | Großer Saal

Bruckners Unvollendete

Wien Musikverein | Großer Saal

Bruckners Unvollendete

Wien Musikverein | Großer Saal

Bruckners Unvollendete

St. Pölten Festspielhaus | Großer Saal

Sommernachtsgala 2017

Grafenegg Wolkenturm

Sommernachtsgala 2017

Grafenegg Wolkenturm

Festival-Eröffnung

Grafenegg Wolkenturm

Strauss' «Alpensinfonie»

Grafenegg Wolkenturm

Leonard Bernstein

Symphonische Tänze aus dem Musical «West Side Story»

Sätze

  • Prologue

  • «Somewhere»

  • Scherzo

  • Mambo

  • Cha-Cha

  • Meeting Scene

  • «Cool», Fugue

  • Rumble

  • Finale

Dauer

22 Min.

Entstehung

1960

Leonard Bernstein zählte nicht nur in den USA, sondern weltweit zu den beliebtesten Dirigenten seiner Zeit. Auch in Wien war Bernstein seit den 1960er Jahren regelmäßig zu Gast, um Konzerte und Opern zu dirigieren. Während die anderen beiden Komponisten des heutigen Abends, Samuel Barber und William Walton, vor allem als Komponisten Berühmtheit erlangten und sich ihre sonstigen Aktivitäten weniger im Bewusstsein hielten, ist Leonard Bernstein bis in die Gegenwart als eines der musikalischen Universalgenies des 20. Jahrhunderts anerkannt. Seine Kompositionen werden zwar heute nicht mehr in ihrer Gesamtheit gespielt, doch in größerer Menge, als man hierzulande denken würde. Sein Werdegang ist rasch erzählt: Leonard Bernstein studierte in Harvard Klavier und Komposition, wurde 1943 Assistenzdirigent von Artur Rodzinski in New York, sprang wenig später kurzfristig für den erkrankten Bruno Walter ein und gelangte so gewissermaßen über Nacht zu landesweiter Bekanntheit. Er war in der Folge mehr als zehn Jahre Chefdirigent des New York Philharmonic und leitete in dieser Funktion (und darüber hinaus) mehr als 50 so genannte Young People’s Concerts, Lehrsendungen für Kinder und Jugendliche (und Erwachsene), die in vergleichbarer Qualität nirgendwo sonst zu erleben waren. Vor allem nach Wien bestand zeitlebens eine enge Verbindung mit den Wiener Philharmonikern, die sich auch in vielen Platten- und Videoaufnahmen manifestierte. Beliebtheit über die klassischen Konzertsäle hinaus erlangte Bernstein durch das Musical – dessen Qualität und musikalischer Anspruch freilich in keiner Weise mit späteren, allzu simpel gestrickten, einfallslosen Machwerken gleichen Namens zu vergleichen ist. Nach «On the Town» (1944) folgte 1953 «Wonderful Town» und schließlich 1957 sein vielleicht größter Erfolg, «West Side Story».  Diese moderne Romeo-und-Julia-Geschichte, übertragen auf rivalisierende Banden in New York (in der Urfassung noch «East Side Story» genannt), zählt seit ihrer Uraufführung am 26. September 1957 am New Yorker Winter Garden Theater zu den Meilensteinen des Genres. Die Handlungsdichte und musikalische Vielfalt, die Bernstein gemeinsam mit Stephen Sondheim (Gesangstexte), Arthur Laurents (Buch) und Jerome Robbins (Choreographie) erarbeitet hat, ist bis heute unübertroffen. Das Stück spielt im Manhattan der 1950er Jahre. Tony (von den amerikanischen Jets) und Maria (von den puertoricanischen Sharks) verlieben sich ineinander. Darüber entspinnt sich eine Kette unglücklicher Rivalitäten und Zufälle, die schließlich zu Tonys Tod führt und darüber zur (momentanen) Versöhnung und zum Einsehen der verfeindeten Banden. In den ersten zwei Jahren wurde die «West Side Story» en suite gespielt und brachte es in New York auf 772 Aufführungen. Marcel Prawy brachte schließlich 1968 das Musical als deutschsprachige Erstaufführung nach Wien.

1960 zog Bernstein einige Nummern zu einer Orchestersuite zusammen, die in der Abfolge den Geschehnissen des Musicals folgen. Die Symphonischen Tänze wurden bei einer Gala zu Ehren von Leonard Bernstein vom New York Philharmonic unter Lukas Foss am 13. Februar 1961 erstmals aufgeführt und zählen heute zu den populärsten Orchesterstücken des Komponisten.

Die Suite wird mit dem Prologue (Allegro moderato) eröffnet, dem Tanz der Jets und Sharks. Damit wird die gefahrvolle Welt der konkurrierenden Banden vorgestellt, die sich auch musikalisch in einer unklaren Zwischenwelt aus Dur und Moll in greller Instrumentierung mit allerlei Schlagwerk und gehetzten, knappen rhythmischen Gesten ausdrückt. An zweiter Stelle folgt eines der populärsten Lieder aus der Feder Leonard Bernsteins, «Somewhere» (das im Musical erst im zweiten Akt kommt, Adagio), der Traum eines Mädchens von einer friedfertigen, einträchtigen Welt. Das Scherzo (Vivace e leggiero) steht im Musical vor dem Lied und nimmt genau diese erträumte Stimmung vorweg, indem es beide Welten musikalisch auf schlichte Weise miteinander verbindet. Aus Mambo (Meno presto) und Cha-Cha (Andantino con grazia), einer Szene in der Sporthalle, wo sich beide Gangs jeweils auf einer Seite versammeln, entwickelt sich schließlich die erste Begegnung von Tony und Maria (Meeting Scene, Meno mosso): ein zartes Aufeinanderzugehen in schlichten Orchesterfarben. Bernstein bereitet im Orchester auch schon Tonys späteres Lied «Maria» vor (nicht in der Suite enthalten), das mit seinem Auftauchen am Ende des Mambos angedeutet und im Cha-Cha und in der Meeting Scene deutlich zu erkennen ist. Die weitere Liebesgeschichte bleibt in den Symphonischen Tänzen ausgespart, zunächst kommen in der «Cool» Fugue (Allegretto) die verfeindeten Banden wieder zum Zug, die Bernstein in einer jazzigen Fuge (deren Hauptthema alle zwölf Noten der chromatischen Tonleiter enthält) zusammenfasst, die sich schließlich im Nichts verliert. Der Rumble (Molto Allegro), im Stück am Ende des ersten Aktes, umreißt in knapper, dramatisch hochgepeitschter Form die unselige Rauferei mit zwei Morden: Bernardo bringt Riff um, zehn Takte später tötet Tony schließlich Bernardo. Das Finale (Adagio) bezieht sich auf das Ende der Love-Story: Tony ist tödlich verwundet und stirbt in den Armen von Maria. Die Geschichte endet in einer Art Prozession über dumpfen Bassnoten, in einer letztlich trügerischen Einheit, deren Bestand gefährdet ist. Musikalisch drücken das die zarten C-Dur-Akkorde in hoher Lage aus; tief darunter erklingt ein Fis im Bass, als desolate, unruhige Basis einer unklaren Zukunft.

© NÖ Tonkünstler Betriebsges.m.b.H. | Markus Hennerfeind