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I Got Rhythm

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Interpreten

Programm

George Gershwin
- Pause -
Dmitri Schostakowitsch
Tahiti-Trott op. 16
George Gershwin
«I got rhythm» Variationen für Klavier und Orchester

Hochhausschluchten und Märchenwelten. Musik aus den USA als ein beschwingter, begeisterter und unterhaltsamer Blick auf unsere Welt. George Gershwin vereint in seiner «Rhapsody in Blue» europäische Klassik mit Jazz, Duke Ellington bearbeitet Tschaikowskis «Nussknacker»-Suite. Zwei Grenzüberschreiter, deren rhythmische Reisen das Tonkünstler- Orchester und die französische Pianistin Shani Diluka mit dem texanischen Dirigenten John Axelrod unter freiem Himmel antreten. Axelrods Credo: «Es geht darum, mit dem Publikum zu kommunizieren.» Na dann!

John Axelrod

John Axelrod

Biografie

John Axelrod schloss 1988 sein Studium an der Harvard University ab. Ausgebildet durch und in der Tradition von Leonard Bernstein, studierte er 1996 am Konservatorium von St. Petersburg bei Ilya Musin und absolvierte das Dirigentenprogramm der American Symphony Orchestra League. Er hat seit dem Jahr 2000 etwa 150 Orchester dirigiert, darunter das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, das Orchestre de Paris, das Royal Philharmonic Orchestra und das ORF Radio-Symphonieorchester Wien. Seit April 2011 ist John Axelrod Chefdirigent des Orchestra Sinfonica di Milano «Giuseppe Verdi». Bei Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Lucerne Festival, den Salzburger Festspielen, den Bregenzer Festspielen, dem Ravinia Festival, dem White Nights Festival oder dem Beethoven Festival in Warschau war John Axelrod bereits zu Gast. Er arbeitet regelmäßig mit Solisten wie Julia Fischer, Martin Grubinger, Patricia Kopatchinskaja und vielen anderen zusammen. Künftige Projekte führen John Axelrod u. a. zum Spoleto Festival, zum Edinburgh Festival, nach Interlochen zu einem Projekt mit dem World Youth Symphony Orchestra und nach Graz. Von 2009 bis 2012 war John Axelrod musikalischer Leiter der Filmmusik-Galakonzerte «Hollywood in Vienna» mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien. Einen besonderen Schwerpunkt seiner Arbeit legt John Axelrod auf die Förderung des zeitgenössischen Repertoires; er brachte viele neue Kompositionen zur Uraufführung, etwa von Kaija Saariaho, Wolfgang Rihm, Jörg Widmann, Marco Stroppa, Michael Gordon, Michael van der Aa, Avner Dorman, Marc-André Dalbavie, Pascal Dusapin, Wojciech Kilar, Gabriel Prokofiev und Karim al-Zand. John Axelrod hat bereits zahlreiche Einspielungen veröffentlicht. Die neuesten Aufnahmen darunter sind die Alben «Brahms Beloved» und «Brahms Beloved 2», die sämtlichen Brahms-Symphonien gekoppelt mit Liedern von Clara Schumann gewidmet sind.

Stand

2014

Mitwirkend bei

I Got Rhythm

Grafenegg Wolkenturm

George Gershwin

Cuban Overture

    Dauer

    10 Min.

    Entstehung

    1932

    George Gershwin hatte eigentlich den Namen Jakob und war ein Sohn eines russischen Einwandererehepaares. Der Vater trug noch den Familiennamen Gershovitz, als er Ende des 19. Jahrhunderts, aus St. Petersburg kommend, in New York amerikanischen Boden betrat. Einer der Vorfahren Gershwins war Rabbiner. Jakob, der von allen George gerufen wurde, flitzte als Kind mit Rollschuhen durch die Straßen von New York. Es waren die fahrbaren Untersätze, die ihn zur Musik trugen. Bei einem Ausflug in die 125th Street in Harlem entdeckte der sechsjährige Bub einen Musikautomaten, der nach Einwurf einer Münze beliebte Musikstücke wiedergab. Das erste, was George Gershwin zu hören bekam, war die populäre «Melodie in F» des russischen Komponisten und Pianisten Anton Rubinstein. Die russische Kantilene weckte die musikalische Empfindung des New Yorker Knaben mit russischen Vorfahren. Er begann wie selbstverständlich auf dem von der Mutter angeschafften Klavier zu spielen, erhielt eine klassische Ausbildung am Klavier durch einen Musiker namens Charles Hambitzer, hörte berühmten Pianisten wie Leopold Godowsky in Konzerten zu, entwickelte aber gleichzeitig eine Leidenschaft für kurze, eingängige Melodien wie jene von Rubinstein und begann als 15-Jähriger, Songs nach dem Vorbild von Irving Berlin und Jerome Kern zu schreiben.

    In die musikalische Lehre ging George Gershwin an keinem Konservatorium, sondern in der legendären Tin Pan Alley zwischen Broad-way und 5th Avenue in Manhattan. Er heuerte bei einem der vielen dort ansässigen Musikverlage als so genannter Song Plugger an. Ein harter Job – der Song Plugger musste die neuesten Schlager auf dem Klavier Interessenten (Sängern, Instrumentalisten, Kapellmeistern) vortragen, damit diese die Noten kauften und die Rechte zum Vortrag erwarben. George Gershwin war gewissermaßen eine lebendige Music Box, der Melodien von Berlin, Kern, Sousa und Hammerstein aus dem Handgelenk schüttelte und dabei das Gespür für den wirkungsvollen Aufbau und Verlauf einer Melodie bekam. Der junge Mann knüpfte Kontakte mit Komponisten und mit aufstrebenden darstellenden Künstlern wie dem Geschwisterpaar Fred und Adele Astaire.

    Ein Song machte den jungen Gershwin über Nacht in ganz Amerika und auch in Großbritannien berühmt: «Swanee», verbreitet vom bekanntesten Broadway-Showman, Al Jolson. Gershwin war damals 21 und bereits mit dem Musical «La La Lucille» auf dem Broadway gelandet. Rund 25 weitere Musicals ließ er in den nächsten 15 Jahren folgen, darunter «Lady, Be Good», «Show Girl», «Girl Crazy» oder «Strike Up The Band». In den Orchesterensembles wirkten herausragende Musiker wie der Klarinettist Benny Goodman, der Posaunist Glenn Miller und der Schlagzeuger Gene Krupa mit. Die Musicals gerieten in Vergessenheit, Songs daraus überlebten und wurden zum Teil zu Jazz-Standards.

    Die Musikgeschichte aber wirbelte Gershwin gehörig auf, indem er seine kompositorische Begabung bald auch dem klassischen musikalischen Formenkanon angedeihen ließ. Im Februar 1924 kündigte der «King of Jazz», wie der Bandleader Paul Whiteman genannt wurde, für einen Abend unter dem Titel «Was ist amerikanische Musik?» in der Aeolian Hall in New York eine Komposition des 26-jährigen Gershwin für Jazzband und Piano an. Gershwin, ein begnadeter Rag-Pianist, der leidenschaftlich gerne bei Partys am Klavier improvisierte, spielte nun seine «Rhapsody in Blue» vor einem überaus prominenten Publikum, darunter die Komponisten Sergej Rachmaninow und Ernest Bloch, der Geiger Fritz Kreisler und die Dirigenten Willem Mengelberg, Leopold Stokowski und Walter Damrosch. Die Uraufführung der Rhapsodie, die der Arrangeur der Whiteman-Band, Ferde Grofé, für ein 23 Personen starkes Orchester instrumentierte, geriet zur Sensation. Amerika, dessen Konzertleben hauptsächlich von europäischen Interpreten und Werken geprägt war, feierte in Gershwin ein junges «amerikanisches Originalgenie».

    Intuitiv bewegte sich Gershwin fürderhin mit sicherer Hand durch die Genres der Konzertmusik. Der «Rhapsody in Blue» ließ er innerhalb weniger Jahre Orchesterstücke wie «An American in Paris» und die «Cuban Overture» sowie weitere Werke für Klavier und Orchester, das Concerto in F, die «Second Rhapsody» und die «I got rhythm»-Variationen folgen. Sein Ruhm als Komponist verbreitete sich rasant. Auch in der alten Welt brachte man dem jungen Amerikaner Anerkennung entgegen, wie er bei Reisen durch Europa in Paris, London, aber auch in Berlin und Wien feststellen konnte. Es kam zu Begegnungen mit Franz Lehár, Emmerich Kálmán, Kurt Weill, Alban Berg, Maurice Ravel, Igor Strawinski, Francis Poulenc, Darius Milhaud, Arthur Honegger und Sergej Prokofjew.

    Gershwin sog begierig musikalische Eindrücke aus Europa auf. Er hörte Streichquartettmusik von Schönberg und Berg, erlebte in Wien Kreneks Oper «Jonny spielt auf» – und wollte Unterricht bei Ravel, Strawinski und Nadja Boulanger nehmen, da er das Gefühl hatte, noch keine «seriöse» musikalische Ausbildung erfahren zu haben. Ravels Reaktion, dass es ein «erstklassiger Gershwin» doch nicht nötig habe, ein «zweitklassiger Ravel» werden zu wollen, ist symptomatisch für den Respekt, mit dem man dem unverwechselbaren musikalischen Stil Gershwins begegnete.

    Als Gershwin im Februar 1932 bei einem Urlaub in Kuba Volksmusik mit dem Einsatz typischer Perkussionsinstrumente hörte, wurde er zur Komposition eines Orchesterstückes angeregt. Er bezog Bongos, Maracas (Rasseln), Guiro (eine Art Ratsche) und Claves (zwei aufeinander geschlagene Holzstöcke) in das neue Werk ein, das auf dem Rhythmus der Rumba basiert und ursprünglich auch den Namen des Tanzes als Titel tragen sollte, dann aber in «Cuban Overture» umbenannt wurde. Laut einer Angabe Gershwins auf der Titelseite der Partitur sollen die Musiker mit den genannten Perkussionsinstrumenten vor dem Orchester Aufstellung nehmen – er wollte damit noch akustische Vorteile erzielt wissen, aber auch die Besonderheit der Instrumente optisch herausstellen.

    Heftig bewegte Rahmenteile mit demselben thematischen, im ersten Abschnitt polyphon aufgefächerten und im dritten Abschnitt wirkungsvoll verdichteten musikalischen Material umgeben einen ruhigeren Mittelteil, in dem ein Kanon ausgebreitet wird. Polytonale Behandlung der Melodik und vertrackte rhythmische Passagen weisen die «Cuban Overture» als sehr fortschrittliche Komposition aus. Sie reißt aber unmittelbar mit und erweist sich wahrhaft als das, was Gershwin mit ihr verwirklichen wollte: das «Wesen des kubanischen Tanzes zu verkörpern». Die Uraufführung fand noch im Sommer 1932 bei einem Open-air-Konzert im Lewisohn-Stadion von New York vor fast 18.000 Zuhörern statt. Gershwin zog die Massen an. Ein Popstar.

    © NÖ Tonkünstler Betriebsges.m.b.H. | Rainer Lepuschitz

    George Gershwin

    «Rhapsody in Blue» für Orchester

      Dauer

      16 Min.

      Entstehung

      1924/1942

      Die Musikgeschichte kennt eine Reihe von Ereignissen, denen man nachträglich historischen Rang einräumte. Oft stellte sich erst mit gewissem zeitlichem Abstand heraus, dass dort etwas geschehen war, was in die Zukunft wirkte. Einer der seltenen Fälle einer angekündigten Revolution war die Uraufführung der «Rhapsody in Blue» von George Gershwin am 12. Februar 1924 in New York. Gershwin war damals 25 Jahre alt und bereits einer der bekanntesten Komponisten von Broadway-Musicals und Revuen. Auf die Bühne eines «klassischen» Konzertsaals aber drängte es ihn damals noch nicht.

      Ganz anders Paul Whiteman, der jenes legendäre Konzert in der Aeolian Concert Hall, dem zweiten Haus in New York nach der Carnegie Hall, organisiert und geleitet hatte. Whiteman war einige Jahre älter als Gershwin und hatte seine Musikerkarriere als Geiger in Symphonieorchestern und Leiter einer Militärkapelle begonnen. Nach dem ersten Weltkrieg gründete er ein anfangs neunköpfiges Tanzorchester (nur mit hellhäutigen Musikern), das er bald vergrößerte und mit dem er schnell berühmt wurde. Er hatte einen Musikstil perfektioniert, der sich rhythmischer und klanglicher Mittel des Jazz bediente und unter der Bezeichnung «Symphonic Jazz» vermarktet wurde; damit wurde angedeutet, dass es sich um ausgearbeitete Kompositionen handelte, nicht mehr um Improvisation wie im eigentlichen Jazz, und dass er sich der Klangvielfalt des symphonischen Orchesters annäherte. Viele haben Whiteman Etikettenschwindel vorgeworfen, denn verglichen mit authentischem New-Orleans-Jazz ist seine Musik gezähmt und geglättet und andererseits auch weit von der Komplexität symphonischer Musik entfernt, also eigentlich weder «Jazz» noch «symphonisch». Die künstlerische Qualität seines Ensembles aber ist über jeden Zweifel erhaben.

      Dann unternahm Whiteman einen weiteren Schritt: Er wollte eine Brücke zwischen der «popular music» Amerikas und dem Bereich der «Hochkultur» schlagen. Zu diesem Zweck mietete er die Aeolian Hall, um dort ein vielfältiges Konzertprogramm zu präsentieren, das Jazz, Arrangements von Songs und einem Marsch von Elgar und als Höhepunkt eine neue Komposition von Gershwin enthalten sollte. Als Gäste lud er prominente Musiker und Kritiker zu Proben ein, und in der Aufführung am 12. Februar 1924 waren u.a. Strawinski, Rachmaninow, Stokowski, Mengelberg, Heifetz und Fritz Kreisler anwesend.

      Whiteman kannte Gershwin schon eine Weile, u. a. hatte er dessen Operneinakter «135th Street» dirigiert, und wusste daher, dass er der ideale Mann für sein Projekt war, nämlich einer, der verschiedene Spielarten der Unterhaltungsmusik souverän beherrschte, aber auch Bach-Fugen spielen konnte und Jazz liebte.

      Gemäß der im amerikanischen Musikbetrieb üblichen Arbeitsteilung schrieb Gershwin nicht die Orchesterpartitur, sondern sozusagen eine Version für zwei Klaviere. Die Instrumentierung machte Ferde Grofé, der Arrangeur des Whiteman-Orchesters, der die besonderen Fähigkeiten der verschiedenen Musiker sehr gut kannte. Dabei hielt er ständig Kontakt mit Gershwin, der natürlich eigene Vorstellungen hatte, wie es klingen sollte. Ab 1925 instrumentierte Gershwin dann seine Werke meistens selbst. Nachdem sich die «Rhapsody in Blue» als großer Erfolg erwiesen hatte, wollten sie auch Symphonieorchester spielen; die entsprechende Bearbeitung machte ebenfalls Grofé. In dieser Fassung wird sie heute meistens gespielt.

      Die «Rhapsody in Blue» ähnelt grob betrachtet einem einsätzigen Klavierkonzert. Solist und Orchester wechseln einander in der Führung ab, und die meisten musikalischen Gedanken sind nacheinander beiden Partnern anvertraut. Allerdings ist die Komposition nicht nach den «klassischen» Regeln aufgebaut, insbesondere wechseln die Tonarten ziemlich beliebig. Außerdem folgen die verschiedenen «Themen» so schnell aufeinander, dass kaum Platz für ihre «Verarbeitung» bleibt. Deshalb ist die Bezeichnung «Rhapsodie» angemessen. Erkennbar ist aber ein gleichsam natürlicher Formverlauf mit einer Eröffnung, die schon einige der wichtigsten Ideen vorstellt, aber noch etwas zögernd; gefolgt von einem abwechslungsreichen schnellen Hauptteil. Die zweite Hälfte bilden eine langsamere, gesangliche Episode und ein voran drängender kurzer Schlussteil, der überwiegend auf bereits bekannte Motive zurückgreift.

      Bei der Instrumentierung ist in der Fassung für großes Orchester viel vom «Sound» des Whiteman-Ensembles erhalten geblieben, nicht nur wegen der Saxophone und des Schlagwerks, sondern weil die führenden Stimmen im Orchester Klarinette, Trompete und Posaune sind. Die Streicher dagegen treten außer in der langsamen Episode weitgehend zurück.

      © Grafenegg Kulturbetriebsges.m.b.H. | Peter Sarkar

      Duke Ellington

      «The Nutcracker Suite» für Orchester nach dem Ballett von Pjotr Iljitsch Tschaikowski (in Zusammenarbeit mit Billy Strayhorn, Überarbeitung für Orchester: Jeff Tyzik)

      Sätze

      • Overture

      • Toot Toot Tootie Toot (Dance of the Reed Pipes)

      • Danse of the Floreadores (Waltz of the Flowers)

      • Sugar Rum Cherry (Dance of the Sugar-Plum Fairy)

      • Peanut Brittle Brigade (March)

      Dauer

      17 Min.