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Archive: Symphonie classique

Grafenegg Auditorium

Instrumentation

  • François Leleux, oboe
  • François Leleux, conductor

Programmes

Prokofiev once more! After the Violin Concerto in g minor, which opened this year’s concert season, the Tonkunstler perform one of the Russian composer’s most popular works: his «Symphonie classique». High spirits and wit, irony and clarity, carefreeness and, yes, defiance against «the philistines»: Sergei Prokofiev united these attributes in his masterpiece in a unique manner. French virtuoso François Leleux, among the most sought-after oboists worldwide, will conduct the Tonkunstler. The oboe concerto attributed to Joseph Haydn promises witty entertainment and first-rate virtuosity on the part of the soloist. With Wolfgang Amadeus Mozart’s «little» Symphony in g minor, the Tonkunstler bring the magic of Viennese Classicism to the concert hall. Georges Bizet artfully turned Parisian charm into music in his pleasant first symphony, which concludes the programme.

Wolfgang Amadeus Mozart

Symphony in g minor KV 183

Movements

  • Allegro con brio

  • Andante

  • Menuetto - Trio

  • Allegro

Duration

29 Min.

Creation

1773
Sergej Prokofjew

Symphonie Nr. 1 D-Dur op. 25 «Symphonie classique»

Movements

  • Allegro

  • Larghetto

  • Gavotta. Non troppo allegro

  • Finale. Molto vivace

Duration

15 Min.

Creation

1916-17

Sergej Prokofjew befand sich im russischen Revolutionsjahr 1917 in einer besonders kreativen Phase. Er brachte seine 3. und 4. Klaviersonate in ihre endgültigen Fassungen, vollendete sein 1. Violinkonzert, skizzierte das 3. Klavierkonzert, beschäftigte sich bereits mit der Märchenoper «Die Liebe zu den drei Orangen» und komponierte seine 1. Symphonie. Den stürmischen politischen Ereignissen konnte er sich in St. Petersburg, das damals Petrograd hieß, nicht entziehen: «Die Februar-Revolution wurde von mir und den Kreisen, in denen ich verkehrte, freudig begrüßt. Während des Aufstandes war ich in Petrograd auf der Straße und verbarg mich von Zeit zu Zeit hinter Mauervorsprüngen, wenn die Schießerei allzu heftig wurde ...» Diese Eindrücke verarbeitete der Komponist in einer Kantate mit dem Titel «Chaldäische Beschwörung», einem riesigen Werk für Tenor, Chor und Orchester, sowie in der Nummer 19 seines Klavierzyklus «Flüchtige Visionen».

Wie ein Kontrastprogramm zu der Kantate und zu den revolutionären Ereignissen wirkt die Symphonie Nr. 1 D-Dur, die Prokofjew im Sommer in einem Landhaus bei Petrograd beendete und die als «Symphonie classique» in die Musikgeschichte einging, die sie selbst zum Thema hat. Denn Prokofjew wandte sich, inmitten der Aufbruchstimmung seiner Umwelt, der Vergangenheit zu: «Wäre Haydn heute noch am Leben, dachte ich, hätte er sicher seine Art zu komponieren beibehalten und zusätzlich einiges Neue übernommen. In dieser Weise wollte auch ich meine Symphonie schreiben.»

 Höfische Tänze faszinierten Prokofjew besonders stark, und so bildete eine Gavotte, die nun an dritter Stelle der Symphonie steht, den Ausgangspunkt für seine Reise in die musikalische Vergangenheit, auf die er aber instrumentationstechnische und rhythmische Finessen aus seiner Gegenwart mitnahm.

Auf diese Weise entstand ein feinsinnig ironisierendes Spiel mit klassischen musikalischen Elementen. Im zweiten Satz etwa werden die Tanzbewegungen eines Menuetts beinahe schon überdeutlich nachgezeichnet. In der Gavotte des dritten Satzes biegt die Melodie mitunter auf Abwege ab. Die Ecksätze wirbeln mit ihrer unbändigen Energie und ihren pfiffigen Melodien (Haydn hätte wohl seine Freude daran gehabt!) den Staub der Vergangenheit auf.

Das Werk klingt wie ein Ablenkungsmanöver von den politischen Turbulenzen jener Tage. Allmählich wurde die «freudige» Stimmung über die Revolution von Sorgen abgelöst. Was Prokofjew beunruhigte, war die unsichere Situation für die Kunst inmitten der gesellschaftlichen Umbrüche. Er befürchtete auch eine Verschlechterung der Aufführungslage für seine eigenen Werke. Und so war er wohl froh, als ihm der Kommissar für Volksbildung, A.W. Lunatscharski, der die wenig beachtete Uraufführung der «Symphonie classique» am 2. April 1918 in Petrograd hörte, eine Genehmigung zur Ausreise ins Ausland verschaffte. Im Mai 1918 trat Prokofjew über Japan, wo er in Tokyo konzertierte, die Reise in die USA an, die ihn schließlich im Herbst nach New York führte. Erst zehn Jahre später, nach längeren Aufenthalten in Westeuropa, kehrte Prokofjew, von Heimweh getrieben, wieder in die nun schon von Stalin beherrschte Sowjetunion zurück.

© Rainer Lepuschitz | Tonkünstler

Joseph Haydn

Konzert für Oboe und Orchester C-Dur Hob. VIIg:C1

Movements

  • Allegro spirituoso

  • Andante

  • Rondo. Allegretto

Duration

23 Min.

Die Solokonzerte von Joseph Haydn sind bis heute ein großes Rätsel. Dutzende von Werken für Soloinstrument mit Orchester werden unter seinem Namen geführt, darunter auch das Konzert für Oboe und Orchester C-Dur, das im Hoboken-Verzeichnis unter der Nummer VIIg:C1 katalogisiert ist. Von etlichen Konzertkompositionen Haydns weiß man, dass es sie geben oder gegeben haben muss, doch ging das Notenmaterial über die Jahrhunderte verloren. So stehen in der Liste der möglichen Solokonzerte Haydns neben den bekannten Werken für Violoncello, Klavier, Violine und Trompete mit Orchester auch solche für Horn, Orgel, Kontrabass, Baryton, Flöte und Radleier - was für eine Vielfalt!

Bekanntermaßen war Joseph Haydn ein ungemein fleißiger Komponist. Viele Solokonzerte schrieb er als Gelegenheitskompositionen für einen bestimmten Anlass oder eine bestimmte Aufführung. Die Solopartien der Violinkonzerte beispielsweise spielte Luigi Tomasini, Konzertmeister der Hofkapelle am Fürstenhaus Esterházy, in dessen Diensten Haydn als Kapellmeister etwa drei Jahrzehnte lang stand. «Mein Fürst war mit allen meinen Arbeiten zufrieden, ich erhielt Beyfall, ich konnte als Chef eines Orchesters Versuche machen, beobachten, was den Eindruck hervorbringt, und was ihn schwächt, also verbessern, zusetzen, wegschneiden, wagen. Ich war von der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selber irre machen und quälen, und so mußte ich original werden», notierte Haydn zurückblickend. Mag es auch zu seinen Aufgaben als Kapellmeister gehört haben, das musikalische Leben am Hof mit Solokonzerten zu bereichern, nicht zuletzt, um die solistischen Qualitäten seiner Musiker zu präsentieren und zu fördern: Seine größten Verdienste erwarb Haydn mit dieser musikalischen Gattung nicht. Seine Leistungen auf dem Gebiet der Symphonie, des Streichquartetts, der Klaviermusik und der Klavier-Kammermusik sind, musikgeschichtlich gesehen, ungleich umfassender und richtungsweisender für nachfolgende Komponistengenerationen - was der Qualität seiner Solokonzerte freilich in keiner Weise abträglich ist, ebenso wenig wie der Freude, die sie für Publikum und Ausführende etwa 250 Jahre nach ihrer Entstehung bereithalten.

Doch stammen all diese Solokonzerte wirklich von Haydn? Nein, etliche sind es nicht. Haydns Urheberschaft der beliebten Cellokonzerte in C-Dur und in D-Dur etwa ist gesichert. Ebenso gesichert ist, dass das Oboenkonzert C-Dur nicht von Haydn stammt, obschon es im Konzertleben nach wie vor unter seinem Namen firmiert. Gleichwohl stellt das an kontrastierenden Stimmungen überaus reiche und auch ansonsten recht üppig ausgestattete Werk eine wundervolle Aufgabe für jeden Solo- Oboisten dar und erweist sich der Wiedergabe allemal als würdig: mit Haydns geschätzter Autorenschaft ebenso wie ohne sie. Überdies erfreut der Bläsersatz mit zwei zusätzlichen Oboen, Hörnern und Trompeten, die Spieldauer von mehr als 20 Minuten gründet vor allem im ausschweifenden langsamen Satz.

Der Kopfsatz, Allegro spiritoso, sprüht vor Einfallsreichtum, erfinderischer Prägnanz und Melodienseligkeit und verzaubert mit seinem ebenso schlichten wie zu Herzen gehenden Melos, mit raffinierter Orchesterbehandlung und kurzweiligen, mitunter überraschenden harmonischen Wendungen. Der Mittelsatz wird praktisch komplett von der Oboe bestritten. Das nachhaltig berührende Andante mit seinem elegischen Thema gehört mit Sicherheit zum Ergreifendsten, was jemals für die Oboe komponiert worden ist. Mit Rondo. Allegretto ist der dritte Satz überschrieben, ein Variationssatz im Menuett-Charakter, formal dem Rondo nahestehend. Das schlichte, volksliedhafte Thema wird zunächst von der Oboe vorgetragen und anschließend in mehreren Abwandlungen zwischen Orchester und Soloinstrument hin und her gespielt, durch die Tonnein ;o)arten jongliert, in Triolen gekleidet und einmal sogar nach c-Moll verschoben, wobei die Oboe auch hier die mit Abstand virtuoseste Rolle innehat. Wer auch immer jener Zeitgenosse Haydns war, dem d eses Konzert aus der Feder floss: Er hat sein Fach meisterlich beherrscht.

© Niederösterreichische Tonkünstler Betriebsges.m.b.H. | Ute van der Sanden

Georges Bizet

Symphony No. 1 in C major

Movements

  • Allegro vivo

  • Adagio

  • Allegro vivace

  • Allegro vivace

Duration

28 Min.

Creation

1855