Emmanuel Tjeknavorian und Kirill Maximov im Interview

Emmanuel Tjeknavorian, Violinvirtuose und Dirigent, und Tonkünstler-Konzertmeister Kirill Maximov über die Kommunikation beim Musizieren, das Begleiten im Orchester, gute Dirigenten und eine Stradivari, die nur einen von beiden glücklich macht

 

© Johannes Brunnbauer

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«WENN ICH MEIN INSTRUMENT IN DER HAND HABE, MÖCHTE ICH IM DIALOG SEIN»

Stellen wir uns folgende Situation vor: Gastsolistin oder -solist, Dirigentin oder Dirigent und das Orchester treffen sich zur ersten Probe, niemand kennt sich. Wann und woran merken Sie, dass die Zusammenarbeit gut wird?

EMMANUEL TJEKNAVORIAN In dieser Situation geht es zuallererst um zwischenmenschliche Beziehungen – wie im täglichen Leben. Wenn man versucht, sie zu beschreiben, scheitert man zwangsläufig, denn warum man jemanden sympathisch findet, lässt sich nicht gut in Worte fassen. Mir reichen zwei Sekunden, um das herauszufinden: ein Händedruck, ein Blick in die Augen.

KIRILL MAXIMOV Als Konzertmeister spüre ich sofort, ob unsere Gastsolisten viel oder wenig Erfahrung haben im Zusammenspiel mit dem Orchester. Besonders deutlich wird das bei den symphonisch angelegten Solokonzerten wie jenen von Brahms oder Tschaikowski.

 

Was tut ein Konzertmeister, um jemandem über diese erste Unsicherheit hinwegzuhelfen?

KIRILL MAXIMOV Keine Ahnung, ob ich wirklich helfen kann – aber freundlich zu schauen ist immer ein Anfang.

EMMANUEL TJEKNAVORIAN Als Künstler spürt man sofort, bei den ersten Tönen, ob sich Solist und Konzertmeister als Menschen begegnen oder in erster Linie als Geiger. Und ob es wirklich darum geht, auf einer gemeinsamen Wellenlänge Musik zu machen, sie zu leben und zu genießen.

 

Ist die Partnerschaft zwischen dem Orchester und dem Solisten immer eine gleichrangige?

KIRILL MAXIMOV Das hängt natürlich vom Stück ab. In einem Paganini-Konzert beispielsweise ist die Solo-Geige ganz stark im Vordergrund. Wenn es sich um Musik von Komponisten handelt, die symphonisch gedacht haben, tritt das Orchester meistens als Partner auf, als begleitender Partner. Anders beim Brahms-Violinkonzert beispielsweise, hier spielt die Geige oft den begleitenden Part.

EMMANUEL TJEKNAVORIAN Oder auch bei Beethoven, da ist es ganz extrem.

 

Welche speziellen Anforderungen stellen die verschiedenen Soloinstrumente an die Begleitung? Es gilt sicher bei einem Sänger Anderes zu beachten, als wenn eine Pianistin vor dem Orchester sitzt.

KIRILL MAXIMOV Beim Soloklavier zum Beispiel braucht man sich nicht sehr zu sorgen, dass es vom Orchesterklang zugedeckt wird. Mir persönlich fällt es am leichtesten, Violinkonzerte zu begleiten – die meisten Solopartien kenne ich auswendig.

 

Wie ist es mit Blasinstrumenten?

KIRILL MAXIMOV Bläser sind immer Solisten – auch im Orchester. Am besten atmet man mit, auch als Dirigent. François Leleux hat das einmal zu uns gesagt, und es stimmt, es erleichtert das Zusammenspiel für uns alle. Auch beim Begleiten von Sängern gilt: Am Atem kann man sehr viel ablesen, wenn auch Sänger, Bläser und Pianisten auf sehr unterschiedliche Art und Weise atmen. Bei Streichern, Geigern vor allem, ist das wieder anders. Da kann man oft nicht genau wissen, wann der Ton kommt.

EMMANUEL TJEKNAVORIAN Ein Riesenversäumnis bei der Instrumentalausbildung vor allem von Streichern! Diese Erkenntnis, dass es beim Bogenabstrich ein Ausatmen gibt zum Beispiel, habe ich aus Büchern herausgelesen, mir also selbstständig erarbeitet, weil ich das für sehr wichtig halte. Die Musiker, die bewusst und richtig atmen, sind aus meiner Sicht in der Minderheit.

 

Ist es hilfreich für das Zusammenspiel, wenn die Solistin oder der Solist eine starke körperliche Aktivität zeigt?

KIRILL MAXIMOV An erster Stelle steht immer die musikalische Aktivität. Danach schon, ja. Die reine Bewegung nützt gar nichts. Es schaut dann vielleicht besser aus, klingt aber nicht so. Bewegung muss man immer aus der Musik heraus verstehen können.

EMMANUEL TJEKNAVORIAN Als Solist spüre ich den Unterschied zwischen einem guten Geiger, der am Konzertmeisterpult sitzt, und einem guten Konzertmeister sehr deutlich. Wenn jemand andauernd Einsätze gibt und jeden einzelnen Takt führt, empfinde ich das als wahnsinnig störend.

 

Spüren Sie als Gastsolist, ob das Orchester von seinem Chef oder von einem Gastdirigenten geleitet wird?

EMMANUEL TJEKNAVORIAN Ja, unbedingt! Man merkt es dem Dirigenten sofort an. Chefs sind sicherer und entspannter als Gastdirigenten. Gäste haben in drei, vier Tagen ein Konzept durchzubringen, und wenn sie ein Qualitätsbewusstsein und viel zu sagen haben, möchten sie ihre Botschaften in kürzester Zeit realisieren. Als Chef hat man einen Vertrag und die Zeit, ein Orchester langfristig zu prägen. Und: Unter ihm herrscht meistens eine gemütliche, aber disziplinierte Stimmung. Wenn ein Gastdirigent heftig probt, ist es total ruhig, da traut sich keiner was. Oder er kommt beim Orchester nicht so gut an, dann …

KIRILL MAXIMOV …hört man das prompt: Nach 20 Minuten fangen die Leute an, Stellen zu üben! Ein extremes Gegenbeispiel ist Michael Schønwandt. Wenn er in der Orchesterprobe mit seiner großen, tiefen Stimme «Ruhe bitte» sagt, sitzen alle still.

 

In welchen Momenten greift der Konzertmeister ins Probengeschehen ein?

KIRILL MAXIMOV Wenn technisch etwas nicht funktioniert, im Zusammenspiel beispielsweise und auch nach mehreren Wiederholungen nicht, und wenn der Dirigent nicht weiterhelfen kann. Dann biete ich Lösungen an. Etwa, indem ich mit anderen Stimmgruppen Kontakt aufnehme.

EMMANUEL TJEKNAVORIAN In meiner Wahrnehmung müssen sich Orchester viel zu oft selbst auf diese Weise organisieren.

 

Die Proben sind vorbei, das Konzert beginnt: Welche Momente im Zusammenspiel empfinden Sie als besonders beglückend?

KIRILL MAXIMOV Die, in denen Neues geschieht. Das finde ich extrem wichtig. Meine Professorin Dora Schwarzberg hat immer gesagt: Das Publikum kann man nur dann überraschen, wenn etwas Unvorhergesehenes, Unvorbereitetes geschieht, quasi aus dem Moment heraus. Das heißt natürlich nicht, dass man unvorbereitet auf die Bühne gehen darf. Einen Plan haben und davon abweichen können – das ist das Beste.

EMMANUEL TJEKNAVORIAN Ein Erlebnis werde ich nie vergessen, einen meiner schönsten musikalischen Momente überhaupt: Bei einemGastspiel als Solist habe ich zufällig mitbekommen, wie eine Bratschistin vom letzten Pult aus Kontakt aufnahm zum dritten Hornisten. Das ist meine größte Vision auch als Dirigent: dass im Orchester kommuniziert, dass aufeinander gehört wird. Es wird oft verlangt, meistens aber nichtgelebt. Und wenn es dann tatsächlich geschieht, spürt und hört man es sofort. Solisten und Dirigenten können helfen, diese Sinne zu wecken.

 

Haben Sie die Fähigkeit von Orchestermusikerinnen und -musikern, in dieser Weise zu kommunizieren, in Spitzenorchestern besonders oft wahrgenommen?

EMMANUEL TJEKNAVORIAN An dieser Stelle muss ich meinen Vater, den Komponisten und Dirigenten Loris Tjeknavorian, mit seiner mehr als 60-jährigen Orchester- und Bühnenerfahrung zitieren. Er sagt, dass es im Grunde keine schlechten Orchester gibt. Man muss ja ein bestimmtes Niveau erreichen, um überhaupt in ein Orchester aufgenommen zu werden. Dass die Spitzenorchester keinen großen Motivator brauchen, steht auf einem anderen Blatt. In meiner Laufbahn habe ich tatsächlich noch kein Orchester als das erlebt, was man schlecht nennt. Das Tschaikowski-Konzert beispielsweise habe ich viel lieber mit dem Symphonieorchester in Dubrovnik aufgeführt als kurz darauf mit einem Spitzenorchester – in Dubrovnik haben die Musikerinnen und Musiker sehr um den Ausdruck gekämpft und mit großer Freudegespielt. Dagegen habe ich schon so manches Top-Orchester lustlos und unmotiviert gehört.

 

Sie beide kennen sich schon seit vielen Jahren, haben zusammen in Wien studiert. Wann und womit begann Ihre Freundschaft?

EMMANUEL TJEKNAVORIAN Seit wir uns kennen, seit 2013 etwa, ist für mich das Wertvollste, dass Kirill ein Mensch ist, mit dem ich eine schöne Freundschaft pflegen kann. Auf der Uni herrscht oft so eine komische Stimmung: Wer nimmt an welchem Wettbewerb teil, wer hat bei wem Unterricht, wer spielt welches Konzert, wer gewinnt welchen Preis. Zwischen uns war das nie ein Thema. Im Gegenteil, es gab von Anfang an eine gegenseitige Wertschätzung, die immer noch wächst. Auch wenn wir privat zusammensitzen, geht es eher immer um zwischenmenschliche Themen und allgemeine Dinge. Wir müssen uns gegenseitig nichts beweisen.

 

Ihr Verhältnis ist nicht auch von spielerischem Wettbewerb geprägt?

KIRILL MAXIMOV Von Wettbewerb nicht. Aber von Respekt – und das motiviert natürlich enorm!

 

Helfen Sie sich gegenseitig, geben einander spezielle Tipps?

KIRILL MAXIMOV Emmanuel braucht von mir keine Tipps!

EMMANUEL TJEKNAVORIAN Kirill auch nicht! Ich erinnere mich lebhaft an einen gemeinsamen Vortragsabend, an dem er das Tschaikowski-Konzert gespielt hat – seither weiß ich, dass ich dieses Stück nicht so spielen kann wie er. Und ich spiele es auch nicht mehr, habe es von meiner Repertoireliste gestrichen.

KIRILL MAXIMOV Ach, sag doch nicht so etwas!

EMMANUEL TJEKNAVORIAN Ich meine das ernst! Es gibt im dritten Satz ein paar Stellen, die bei mir nie wirklich funktioniert haben, bei ihm aber immer. Ich habe ihn schon gefragt, wie er das macht, mit welchen Fingersätzen und so weiter. Im vorigen Sommer haben wir dann zum ersten Mal in einer neuen Konstellation gemeinsam musiziert: Kirill war Konzertmeister, ich habe dirigiert. Und das ging sehr gut! In der Arbeit hochprofessionell zu sein, ist auch eine Qualität, die Kirill mitbringt. Das schätze ich sehr.

 

Ein Thema, das Sie beide eng verbindet, ist die «Antonio Stradivari ex Baron Oppenheim» –eine Geige, die Ihnen nacheinander als Leihgabe der Oesterreichischen Nationalbank überlassen wurde.

EMMANUEL TJEKNAVORIAN Ich möchte kurz erzählen, wie es dazu kam: Ich wurde so erzogen, dass ich mich selbst kümmere, wenn ich etwas brauche. Und als ich 13 Jahre alt war, fand ich, dass ich eine bessere Geige brauchte. Dann mach was, sagten meine Eltern. Ich informierte mich also im Internet über die Förderung junger Musiker in Österreich und fand die Instrumentensammlung der Oesterreichischen Nationalbank. Dann rief ich Marguerite Kurz an, die Kuratorin, stellte mich vor und sagte, dass ich mich für eine Stradivari bewerben möchte. Als ich mein Alter nannte, fand sie das wahnsinnig lustig und bat mich, meine Unterlagen zu schicken. Es vergingen etliche Jahre, dann wurde eine Stradivari für mich frei. Ich spielte die Oppenheim ein paar Monate und nahm meine erste CD mit ihr auf – aber dann kam relativ schnell der Moment, in dem ich wusste, dass die Chemie zwischen uns nicht passt. Das war Ende 2017, kurz vor meinem ersten Konzert mit den Tonkünstlern. Da ich Kirill sehr gut kannte, habe ich mich dafür eingesetzt, dass er diese Geige bekommt. Es hat geklappt und war mir eine riesige Freude, dabei eine kleine Rolle gespielt zu haben.

KIRILL MAXIMOV Eine große Rolle! Ich bin jeden Tag dankbar, diese Geige spielen zu können. Für mich bedeutet das auch eine große Verantwortung. Es gibt so viele gute Geiger, die üben und üben und üben, und mancher ist besser als das Instrument, auf dem er spielt. Aber diese Geige hier muss zufrieden sein. Wenn der Spieler nicht ihr Niveau erreicht, ist das sehr schade. So habe ich mich am Anfang ständig gefragt, ob ich gut genug für sie bin. Und das frage ich mich noch immer, aber nicht mehr so oft.

EMMANUEL TJEKNAVORIAN Das bist du, ganz sicher! Diese Geige passt zu dir viel besser als zu mir.

 

Herr Tjeknavorian, haben Sie selbst schon als Konzertmeister im Orchester gesessen?

EMMANUEL TJEKNAVORIAN In einigen Jugendorchestern habe ich selbst am ersten Pult gespielt. Ich empfinde es als unglaubliche Herausforderung, ein guter erster Konzertmeister zu sein. Leider ist nicht allen Musikerinnen und Musikern klar, wie schwierig das wirklich ist. Und das hat oft gar nichts mit dem Geigespielen zu tun! Man muss es in aller Deutlichkeit sagen: Ein sehr guter Geiger ist nicht zwangsläufig ein sehr guter erster Konzertmeister.

 

Was ist denn das Geheimnis eines guten Konzertmeisters?

EMMANUEL TJEKNAVORIAN Das fragen wir gleich Kirill! Für mich ist das Thema des Leitens gerade sehr aktuell – ich selbst traue es mir nicht zu, ein Ensemble von der Geige aus zu dirigieren. Diese Rolle mag ich nicht, deshalb kommt auch das Play-and-conduct-Prinzip für mich nicht in Frage. Wenn ich mein Instrument in der Hand habe, möchte ich im Dialog sein, ein Teil von einem großen Ganzen.

KIRILL MAXIMOV Meine Erfahrungen mit dieser Rolle sind noch nicht so groß, ich bin ja erst seit rund drei Jahren in der Position. Aktuell beschäftigt mich sehr stark ein Aspekt, den Herbert von Karajan einmal formulierte: dass auch ein Top-Dirigent wissen müsse, wann er sein Orchester nicht stören dürfe. Das ist der Punkt, an dem man spürt, es geht ab jetzt auch ohne das eigene Zutun. Oder umgekehrt – man sollte seine eigene Energie nur einbringen, wenn sie gebraucht wird, und nicht immer und überall nach der Überzeugung auftreten: Ich bin der Konzertmeister, alles hört auf mein Kommando. Das ist das Allerwichtigste, und wenn man das verstanden hat, ist man auf dem richtigen Weg. Gut sprechen und erklären zu können, Wünsche klar zu formulieren, die der Dirigent vielleicht nicht ganz deutlich angesagt hat – diese Dinge gehören natürlich auch dazu.

 

Lässt sich beschreiben, was genau sich beim Musizieren abspielt im stummen Dialog zwischen der Solistin oder dem Solisten und dem Konzertmeister?

EMMANUEL TJEKNAVORIAN Ich spüre in aller Deutlichkeit die Unterstützung, den gemeinsamen Nenner, ein nonverbales Einverständnis, das so viel bedeutet wie «Wir sind mit dir, das macht Spaß, und wir wollen zusammen das Beste». Und das ist manchmal die Rettung! Wenn beispielsweise die Chemie zwischen dem Solisten und dem Dirigenten nicht stimmt, bildet die Verbindung zum Konzertmeister eine wichtige Säule. Ich habe oft erlebt, dass Konzertmeister mich dann mental gerettet haben. Kurios ist: Wenn die Chemie mit dem Dirigenten stimmt, aber mit dem Konzertmeister gar nicht, dann ist das nicht unbedingt angenehmer.

 

Wie oft kommt es denn vor, dass alle Mitwirkenden zueinander finden?

EMMANUEL TJEKNAVORIAN Wenn es gut läuft, kommt diese erfüllende Harmonie ein paar Mal im Jahr vor. Diese Konzerte vergesse ich dann nicht. Unsere gemeinsame Serie mit dem fünften Mozart-Violinkonzert im April 2018 wird für mich immer so ein Erlebnis bleiben: Ich habe zum ersten Mal mit den Tonkünstlern gespielt, Kirill war da schon Konzertmeister. Und Yutaka Sado hat uns einfach musizieren lassen! Auf einem der Fotos, die während des Auftritts entstanden, explodiere ich fast vor Glück. Danach unsere gemeinsame Zugabe –ich erinnere mich unglaublich gern daran.

 

Im Dezember 2020 werden Sie gleich zweimal vor den Tonkünstlern stehen – als Solist im ersten Violinkonzert von Max Bruch und als Dirigent eines Programms, in dem zwei Ihrer früheren Studienkollegen, Kirill Maximov und Nikita Gerkusov, als Solisten auftreten. Wie fühlt sich das für Sie beide an?

KIRILL MAXIMOV Die «Sinfonia concertante» von Mozart liebe ich sehr. Ich wollte sie schon immer einmal öffentlich spielen und empfinde es als großes Geschenk, dieses Stück mit Emmanuel und Nikita aufzuführen. Wir treten mit dem Programm außer in Baden und Wiener Neustadt ja auch im Großen Saal des Festspielhauses St. Pölten mit seiner exzellenten Akustik auf – eine wunderbare Chance für uns!

 

Was erwarten Sie von Emmanuel am Pult?

KIRILL MAXIMOV Das wird sicher – sagen wir: no pressure! Für uns ist das ja eine Premiere: Emmanuel der Dirigent und ich der Solist, das gab’s noch nie.

EMMANUEL TJEKNAVORIAN Es wird lustig, besonders für die Geigengruppen. Die Kolleginnen und Kollegen kennen mich als Geiger, und plötzlich bin ich total in der Beobachterperspektive – das finde ich sehr spannend! Auch ich freue mich extrem darauf, denn die Zusammenarbeit in der Konstellation mit Kirill und Nikita, die im Orchester eine wichtige Allianz bilden, war mein ganz großer Wunsch. Schon jetzt haben sie versucht, mich zu einer Zugabe zu dritt zu überreden… Wir haben jedenfalls ein wunderschönes Programm zusammengestellt: Mendelssohn, Mozart und Schubert. Das wird ein Fest!

 

Interview: Ute van der Sanden, Frank Druschel

 

KIRILL MAXIMOV ist seit Mai 2017 Erster Konzertmeister im Tonkünstler-Orchester. Er wurde in Chișinău, der Hauptstadt der Republik Moldau, geboren und erhielt fünfjährig ersten Geigenunterricht. Von 2002 bis 2003 studierte er in Bordeaux, 2017 schloss er seine Studien bei Dora Schwarzberg an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien mit Auszeichnung ab. Kirill Maximov besuchte Meisterklassen bei Koichiro Harada, Marianne Piketty, Taras Gabora, Lothar Strauß, Igor Ozim, Hubert Kroisamer und Krzysztof Węgrzyn, ist Preisträger internationaler Violinwettbewerbe und trat mit zahlreichen Orchestern als Solist auf. Sein Instrument, die 1716 in Cremona gebaute «Antonio Stradivari ex Baron Oppenheim», wurde ihm als Leihgabe der Oesterreichischen Nationalbank zur Verfügung gestellt.

Als Geiger und Dirigent gehört EMMANUEL TJEKNAVORIAN zu den gefragtesten Musikern seiner Generation. Als jüngster Artist in Residence in der Geschichte des Wiener Musikvereins gestaltete er einen eigenen Zyklus am Haus. Als Rising Star der European Concert HallOrganisation, als «Great Talent» des Wiener Konzerthauses und als Stipendiat der Orpheum Stiftung spielte er in den renommiertesten Konzertsälen Europas. Für sein Debütalbum «Solo» erhielt er 2018 einen Opus Klassik. Seit 2017 moderiert er monatlich seinen «Klassik-Tjek» auf radio klassik Stephansdom. Emmanuel Tjeknavorian trat als Siebenjähriger erstmals öffentlich mit Orchester auf, 2011 wurde Gerhard Schulz sein Lehrer. Bei seinem Vater, dem Komponisten und Dirigenten Loris Tjeknavorian, nimmt er Dirigierunterricht. Seine Violine von Antonio Stradivari, Cremona, 1698, ist eine Leihgabe der Londoner «Beare’s International Violin Society».

 

Das vollständige Interview gibt es hier in der Saisonbroschüre 20–21 nachzulesen.

 

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