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Sektionen

Archiv: Festivaleröffnung

Grafenegg Wolkenturm

Interpreten

Programm

Christian Jost
Fanfare für 9 Blechbläser
Christian Jost
«An die Hoffnung» für Tenor und Orchester nach dem gleichnamigen Lied von Ludwig van Beethoven op.94
- Pause -

Freiheit, Brüderlichkeit und Menschlichkeit: dafür steht Beethovens 9. Symphonie. Sie eröffnet das 10. Grafenegg Festival. Passend zum Europäer Beethoven spielen 22 Alumni des European Union Youth Orchestra (EUYO) gemeinsam mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich. Große Solisten wie Klaus Florian Vogt, René Pape, Camilla Nylund und Elena Zhidkova werden die «Ode an die Freude» anstimmen. Um die Verzweiflung eines Herrschers geht es in Beethovens «Coriolan»-Ouvertüre. Den Auftakt macht der Composer in Residence Christian Jost mit seiner Fanfare im Auftrag des Grafenegg Festivals. Auch in der Uraufführung seines neuen Werks steht Beethoven im Mittelpunkt: Dieses bettet das Lied «An die Hoffnung» – ebenfalls gesungen von Klaus Florian Vogt – in Josts ureigene, moderne Klangwelt ein und verbindet die Vergangenheit mit dem Heute. Ein Festakt eröffnet den Jubiläumstag. Dafür wird Regisseur Michael Sturminger eine Multimedia-Performance inszenieren. Er zeigt eine multimediale Bestandsaufnahme des Zustands unserer Welt – basierend auf Shakespeares 66. Sonett. Das alles wird mit Sprache, Gesang, Schauspiel, Musik, Film und Elektronik zu Ohren, Augen und Herzen gebracht. Die Geschichte Europas wird im Zeitraffer erzählt und die Bedeutung der Musik als Ausdruck von Lebensfreude, Zuversicht und Gemeinschaft gefeiert. Musikalisch belebt wird der Schlosspark an diesem Tag von jungen Ensembles der Musikschule Grafenwörth.

Klaus Florian Vogt

Biografie

Klaus Florian Vogt wurde in Heide geboren. Er begann seine Laufbahn als Hornist im Philharmonischen Staatsorchester Hamburg. Parallel dazu studierte er Gesang an der Musikhochschule Lübeck bei Günter Binge und wurde 1997 in das Ensemble des Landestheaters Flensburg verpflichtet. Schon im Jahr darauf wechselte er an die Dresdner Semperoper, wo er mit Dirigenten wie Giuseppe Sinopoli und Sir Colin Davis zusammenarbeitete und sein Repertoire um Partien wie Tamino, Hans («Die verkaufte Braut») und Matteo («Arabella») erweiterte. Nach Anfängen im lyrischen Tenorfach übernahm Klaus Florian Vogt mit Wagners Lohengrin 2002 erstmals jene Partie, mit der er mittlerweile auf der ganzen Welt gastiert. Seit 2003 ist er als freischaffender Künstler tätig.

Es folgten weitere Wagner-Rollen wie der Stolzing («Die Meistersinger von Nürnberg»), die Titelpartie in «Parsifal», Erik («Der fliegende Holländer») oder Loge («Rheingold»). 2006 gab er sein USA-Debüt als Lohengrin an der New Yorker Metropolitan Opera. Mit dieser Partie war er danach auch bei Neuinszenierungen am Festspielhaus Baden-Baden, in Köln und an der Berliner Staatsoper Unter den Lindenoper zu erleben. Sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen gab er 2007 mit dem Stolzing; seit 2011 singt er am Grünen Hügel allsommerlich den Lohengrin.

An der Wiener Staatsoper war Klaus Florian Vogt erstmals 2008 in gleich drei Partien (Erik, Lohengrin und Paul in «Die tote Stadt») zu erleben, an der Bayerischen Staatsoper interpretierte er u. a. den Andrej in Mussorgskis «Chowanschtschina», den Prinzen in «Rusalka» und den Siegmund in der «Walküre». Als Florestan in Beethovens «Fidelio» debütierte er an der Los Angeles Opera, als Paul in Korngolds «Die tote Stadt» an der Nederlandse Opera Amsterdam. An der Deutschen Oper Berlin trat er im Frühjahr 2014 als Titelheld in Berlioz’ «La Damnation de Faust» auf. Im Dezember 2014 eröffnet er die Saison der Mailänder Scala als Florestan in Beethovens «Fidelio» unter der Leitung von Daniel Barenboim.

Klaus Florian Vogt hat mittlerweile drei Solo-CDs vorgelegt. Für sein Debütalbum wurde ihm 2012 der ECHO Klassik verliehen.

Stand

2014

Wiener Singverein

Biografie

Seit mehr als 150 Jahren beweist der Wiener Singverein, dass Amateure Musik auf höchstem Niveau machen können. Der Chor der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien zählt zu den besten Konzertchören der Welt. 1812 wurde die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien ins Leben gerufen. Für die «Chorübungsanstalt» der jungen Gesellschaft wurde Antonio Salieri als Leiter verpflichtet.

1858 entschloss sich die Gesellschaft der Musikfreunde zu einer neuen Organisation ihres Musiklebens. Während die Instrumentalmusik in die Hände von Profis übergegangen war, sollte die Chormusik die Domäne der Liebhaber bleiben. So entstand der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien als Zweigverein der Gesellschaft der Musikfreunde. Mit dem jungen Johann Herbeck am Pult erreichte der neu formierte Chor von Beginn weg ein Spitzenniveau, das ihn zum begehrten Interpreten bedeutender Uraufführungen machte. So hob der Singverein 1867 die ersten drei Sätze des Brahms-Requiems aus der Taufe, sang 1898 die erste vollständige Aufführung von Verdis «Quattro pezzi sacri» - mit der Uraufführung des «Ave Maria» - und war Premieren-Chor bei Bruckners «Te Deum», Mahlers achter Symphonie und Franz Schmidts «Buch mit sieben Siegeln».

Mit Herbert von Karajan trat der Singverein ins Medienzeitalter ein. Während der mehr als vier Jahrzehnte dauernden Partnerschaft sang der Chor unter Karajan rund 250 Konzerte und war exklusiver Partner bei Oratorienaufnahmen auf Schallplatte und Video.

Mit Johannes Prinz - Chordirektor seit 1991 - ging der Wiener Singverein ins 21. Jahrhundert. Der Chor arbeitet heute regelmäßig mit den international wichtigsten Dirigenten zusammen, darunter Daniel Barenboim, Bertrand de Billy, Riccardo Chailly, Gustavo Dudamel, Vladimir Fedosejev, Mariss Jansons, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Seiji Ozawa, Georges Prêtre, Sir Simon Rattle und Christian Thielemann.

Unter Thielemann war der Chor 2010 Partner der Wiener Philharmoniker bei einer DVD-Neuproduktion der Beethoven-Symphonien. Weitere international beachtete Schallplattenaufnahmen des Wiener Singvereins entstanden zuletzt mit Mahlers zweiter und dritter Symphonie unter Pierre Boulez - letztere wurde mit dem Grammy ausgezeichnet. 2013 erschien der Livemitschnitt des Jubiläumskonzerts zum 200. Geburtstag der Gesellschaft der Musikfreunde: Unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt sang der Singverein Händels «Timotheus» in der Fassung von 1812. Auch diese CD wurde international ausgezeichnet.

In der Konzertsaison 15-16 ist der Chor in einem eigenen Singvereins-Zyklus der Gesellschaft der Musikfreunde im Musikverein zu hören. Daneben wird er regelmäßig zu internationalen Gastauftritten eingeladen. Bei den Salzburger Festspielen trat er 2013 unter Gustavo Dudamel und Riccardo Chailly auf, 2014 unter Daniel Barenboim. Höhepunkt seiner Tourneen in der Saison 13-14 waren Konzerte mit Beethovens neunter Symphonie in Japan, dirigiert von Christian Thielemann. Unter Thielemann sang er im Herbst 2010 auch Mahlers achte Symphonie in München.

Stand

2016

Mitwirkend bei

Mahler 8

Wien Musikverein | Großer Saal

Mahler 8

St. Pölten Festspielhaus | Großer Saal

Mahler 8

Wien Musikverein | Großer Saal

Mahler 8

Wien Musikverein | Großer Saal

Bernstein: Kaddish

Wien Musikverein | Großer Saal

Bernstein: Kaddish

Wien Musikverein | Großer Saal

Bernstein: Kaddish

St. Pölten Festspielhaus | Großer Saal

Christoph Peham

© Nancy Horowitz

Biografie

Christoph Peham kommt aus Linz und ist erster Hornist im Tonkünstler-Orchester Niederösterreich. Erunterrichtet an der Konservatorium Wien Privatuniversität und an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz.

Sein Studium absolvierte er an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Prof. Roland Berger mit Auszeichnung. Bis 2012 war er Assistent der Hornklasse von Prof. Jöbstl an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Er wirkte bereits im Bühnenorchester der Wiener Staatsoper und im Orchester der Wiener Staatsoper mit. Als Substitut spielte er bei den Wiener Symphonikern, beim Wiener Kammerorchester, beim Concentus Musicus sowie bei den Wiener Philharmonikern; Konzertreisen führten ihn in die europäischen Musikmetropolen sowie nach Amerika, Australien und Asien.

Christoph Pehams war bereits im Rahmen des Festivals Grafenegg mit Ensembles des Tonkünstler-Orchesters, mit den Wiener Virtuosen sowie dem Hugo Wolf Quartett kammermusikalisch tätig.

Stand

2014

Franz Pickl

Franz Pickl

Biografie

Franz Pickl wurde in Fürstenfeld geboren und erhielt seinen ersten Hornunterricht bei Robert Freund an der Musikschule in Oberschützen. Er setzte seine Studien in Wien bei Günter Högner fort und war Mitglied im Gustav Mahler Jugendorchester und in den Orchestern der Wiener Staatsoper und der Volksoper; weiters spielte er im Freiburger Barockorchester. Seit 2001 ist er Hornist im Tonkünstler-Orchester Niederösterreich. 2002 gründete er gemeinsam mit Thomas Bieber das Ensemble «vienna horns».

Stand

2014

Michel Gasciarino

Michel Gasciarino

Biografie

Michel Gasciarino stammt aus Südfrankreich und gehört der Horngruppe des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich an. Er studierte von 1972 bis 1980 am Konservatorium Marseille und von 1980 bis 1988 an der Musikhochschule Stuttgart und Essen bei Prof. Baumann. Er pflegt neben seinem Orchester-Engagement bei den Tonkünstlern die Kammermusik und ist Mitglied im Zemlinsky-Quintett und im Collegium Viennense.

Stand

2011

Thomas Lachtner

Thomas Lachtner

Biografie

Thomas Lachtner erhielt seine erste musikalische Ausbildung in Schärding und studierte an der Wiener Musikuniversität bei Adolf Holler und Josef Pomberger. Seit 2002 ist er Trompeter des Tonkünstler-Orchesters. Neben seiner Orchestertätigkeit tritt er in mehreren Kammermusikformationen auf und substituiert regelmäßig bei den Wiener Philharmonikern.

Stand

2014

Josef Bammer

Josef Bammer

Biografie

Josef Bammer studierte am Brucknerkonservatorium sowie an der Wiener Musikuniversität bei Josef Pomberger. Seit 1993 ist er Trompeter des Tonkünstler-Orchesters, von 1996 bis 2012 war er Lehrbeauftragter und Assistent für Trompete an der Wiener Musikuniversität. Er spielte in verschiedenen Orchestern, unterrichtet im In- und Ausland und ist Juror bei diversen Wettbewerben.

Stand

2014

Andreas Eitzinger

Andreas Eitzinger

Biografie

Andreas Eitzinger wurde in Vöcklabruck geboren. Er studierte an der Anton Bruckner Privatuniversität bei Josef Kürner. Seit 2006 ist er Solo-Posaunist des Tonkünstler-Orchesters und seit 2012 Professor am Joseph Haydn Konservatorium Eisenstadt. Er spielte in verschiedenen Orchestern, u. a. bei den Wiener Philharmonikern und im Klangforum Wien, gibt Workshops, unterrichtet und ist Mitglied verschiedener Formationen.

Stand

2014

Gabriel Antão

Gabriel Antão

Biografie

Gabriel Antao studierte an der Musikhochschule in Porto bei Severo Martinez sowie als Stipendiat der Gulbenkian Stiftung bei Stefan Schulz an der Universität der Künste in Berlin. Er ist seit 2011 Mitglied des Tonkünstler-Orchesters. Außerdem spielte er als Substitut u. a. bei den Wiener Philharmonikern und dem DSO Berlin.

Stand

2014

Erik Hainzl

Erik Hainzl

Biografie

Erik Hainzl wurde in Niederösterreich geboren und studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien u. a. bei Johann Pöttler, Rudolf Josel und Dietmar Küblböck. Er ist seit 1984 Posaunist beim Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, war von 1985 bis 1993 Mitglied bei Vienna Brass und von 1992 bis 2005 beim Wiener Posaunenquartett. Erik Hainzl tritt auch immer wieder als Solist auf und spielte als Substitut bei den Wiener Philharmonikern, den Wiener Symphonikern u. a. sowie mit unterschiedlichen Ensembles  wie u. a. Martin Grubingers Multipercussion.

Stand

2010

Yutaka Sado

Biografie

Yutaka Sado, in Kyoto geboren, gilt als einer der bedeutendsten japanischen Dirigenten unserer Zeit. Chefdirigent des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich ist er seit der Saison 15-16. Ob Berliner Philharmoniker, Konzerthausorchester Berlin, Bayerisches Staatsorchester, die Symphonieorchester von BR, NDR, SWR und WDR, ob Gewandhausorchester Leipzig, Sächsische Staatskapelle Dresden, London Symphony Orchestra, Orchestre de Paris, Mahler Chamber Orchestra oder Santa Cecilia Rom: Die Liste der Orchester, die Yutaka Sado dirigiert hat bzw. wieder dirigieren wird, ist beeindruckend. Seine Karriere entwickelte sich außerhalb Japans zunächst vor allem in Frankreich, wo er 1993 Chefdirigent des Orchestre Lamoureux in Paris wurde.

Der langjährige Assistent von Leonard Bernstein und Seiji Ozawa gewann wichtige Preise wie den Premier Grand Prix des 39. Internationalen Dirigierwettbewerbs Besançon und den Grand Prix du Concours International L. Bernstein Jerusalem. Seine Verbundenheit zu Bernstein führte ihn als «Conductor in Residence» zum Pacific Music Festival in Sapporo. Seit 2005 ist Yutaka Sado Künstlerischer Direktor des Hyogo Performing Arts Center (PAC) und Chefdirigent des PAC-Orchesters. Sados Bekanntheitsgrad in Japan ist enorm, nicht zuletzt dank einer wöchentlichen TV-Sendung, in der er als Dirigent und Moderator Musikfreunden die Welt der klassischen Musik näherbrachte.

Stand

2016

Mitwirkend bei

Sommernachtsgala 2017

Grafenegg Wolkenturm

Festival-Eröffnung

Grafenegg Wolkenturm

Strauss' «Alpensinfonie»

Grafenegg Wolkenturm

Messiaen: Turangalila

Grafenegg Auditorium

Messiaen:Turangalila

Wien Musikverein | Großer Saal

Messiaen: Turangalila

St. Pölten Festspielhaus | Großer Saal

Messiaen: Turangalila

Wien Musikverein | Großer Saal

Bernstein & Friends

Grafenegg Auditorium

Bernstein & Friends

Wien Musikverein | Großer Saal

Bernstein & Friends

St. Pölten Festspielhaus | Großer Saal

Bernstein & Friends

Wien Musikverein | Großer Saal

Lieben Sie Bernstein

Wien Musikverein | Großer Saal

Beethoven

Wien Musikverein | Großer Saal

Beethoven

Wien Musikverein | Großer Saal

Beethoven

St. Pölten Festspielhaus | Großer Saal

Bernstein: Kaddish

Wien Musikverein | Großer Saal

Bernstein: Kaddish

Wien Musikverein | Großer Saal

Bernstein: Kaddish

St. Pölten Festspielhaus | Großer Saal

Symphonic Motown

Wien Musikverein | Großer Saal

Symphonic Motown

St. Pölten Festspielhaus | Großer Saal

Seid umschlungen, Millionen

Wien Musikverein | Großer Saal

Schostakowitsch 5

Wien Musikverein | Großer Saal

Schostakowitsch 5

Wien Musikverein | Großer Saal

Schostakowitsch 5

St. Pölten Festspielhaus | Großer Saal

Dvorák 8

Grafenegg Auditorium

Dvorák 8

Wien Musikverein | Großer Saal

Dvorák 8

St. Pölten Festspielhaus | Großer Saal

Dvorák 8

Wien Musikverein | Großer Saal

Ludwig van Beethoven

Ouvertüre zu Collins Trauerspiel «Coriolan» op. 62

Sätze

  • Allegro con brio

Dauer

8 Min.

Entstehung

1807

Ludwig van Beethoven setzte sein waches Interesse am Theater auch mehrfach kompositorisch um. «Jeder Ton, den der Dichter anschlug, klang in seinem [Beethovens] Gemüte wie auf gleichgestimmter, mitvibrierender Saite wider», schrieb der Dichter und Musiker E. T. A. Hoffmann anlässlich einer «Egmont»-Aufführung bewundernd über den Theaterkomponisten Beethoven. Auffällig die Wahl der Stoffe, zu denen Beethoven Musik schrieb. Wie in seiner Oper «Fidelio» geht es auch in «Egmont» um den Befreiungskampf eines Volkes aus der Umklammerung eines Unterdrückers, weicht der Patrizier Coriolan am Ende von seinem Hass auf die Plebejer ab, und verbirgt sich hinter den antikisierenden Ballett-«Geschöpfen des Prometheus» eine Huldigung des damals noch als Freiheitshelden geltenden Napoleon.

Der österreichische Staatsbeamte Heinrich von Collin schrieb am Beginn des 19. Jahrhunderts die Tragödie «Coriolan», ohne damals zu wissen, dass von William Shakespeare ein Stück gleichen Inhalts existierte. Collins Trauerspiel stand auf dem Spielplan des Wiener Burgtheaters. Beethoven komponierte offenbar auf Anregung von einem seiner Gönner, dem Fürsten Lobkowitz, der auch einer der Hoftheaterdirektoren war, 1807 eine Ouverture zu Collins «Coriolan». Beethoven bildete damit einen neuen Typus von Orchestermusik heraus: Nie zuvor wurde der Gehalt einer Geschichte in einem einsätzigen Orchesterstück so dicht nachvollzogen und direkt ausgedrückt. Er wies damit Komponisten wie Berlioz, Mendelssohn Bartholdy und Liszt den Weg für ihre Programmmusiken und Tondichtungen.

Der römische Patrizier Coriolan, der wegen seiner Volksfeindlichkeit verbannt wurde, verbündet sich mit den mit Rom verfeindeten Volskern, führt diese gegen Rom und beinahe zum totalen Sieg über die Stadt. Seine Mutter bittet ihn um Gnade für Rom, Coriolan erhört sie schließlich, verzichtet auf die Erstürmung Roms und verrät somit die Volsker. Aus dem Zwiespalt gibt es für Coriolan nur mehr den Ausweg des Freitods. Beethoven konzentrierte die Komposition holzschnittartig auf den Konflikt zwischen Sohn und Mutter. Der Hauptthemenblock mit wuchtigen Intervallsprüngen und einem drängenden Achtelmotiv im tragisch-heroischen c-moll und später in den noch düstereren Tonarten g-moll und f-moll schildert die rachedurstige Entschlossenheit Coriolans. Das Achtelmotiv wird zum Leitthema seiner Energie. Demgegenüber stimmt Coriolans Mutter Volumnia im Seitenthema einen Bittgesang um Gnade an, dessen Intensität durch Wiederholungen jeweils um einen Ton höher gesteigert wird. Am Ende erhört Coriolan seine Mutter und resigniert. Das zuvor energische Achtelmotiv wird in den letzten Takten immer matter und zerfällt.

© Rainer Lepuschitz | NÖ Tonkünstler Betriebsges.m.b.H.

Ludwig van Beethoven

Symphonie für Soli, Chor und Orchester Nr. 9 d-Moll op. 125

Sätze

  • Allegro ma non troppo, un poco maestoso

  • Molto vivace - Presto

  • Adagio molto e cantabile - Andante moderato

  • Finale. Presto - Allegro assai

Dauer

70 Min.

Entstehung

1822-1824

Ludwig van Beethoven beschloss seine «heroische Schaffenszeit» mit der 7. und 8. Symphonie, die er beide 1812 vollendete. Als Komponist und Pianist hatte er sich zu dieser Zeit in Wien und darüber hinaus vollends etabliert. Er wurde als Künstler ernst genommen und verehrt, als Persönlichkeit respektiert und hatte sogar Zerwürfnisse mit potenten Mäzenen aus Adelskreisen überstanden. Die daraus resultierenden finanziellen Schwierigkeiten machten Beethoven zwar zu schaffen, aber «brechen» ließ er sich deswegen nicht. Er lebte als einer der allerersten in der Musikgeschichte das Leben des freien und befreiten Künstlers.

Aus dieser produktivsten Phase seines Komponistenlebens gingen sechs von insgesamt neun Symphonien hervor, weiters zwei Klavierkonzerte (Nr. 4 und 5), das Violinkonzert, die Erstfassung der Oper «Fidelio», die mittleren Streichquartette (op. 59, 74 und 95) und die Letztfassung des Klavierkonzerts Nr. 3; dabei umfasst diese Aufzählung nur jene «großen» Werke, denen wir im heutigen Konzertleben noch begegnen. Beethovens größter Triumph zu dieser Zeit war ein Werk, das uns mit seinem effektvollen Getöse kaum noch etwas zu sagen hat: «Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria» op. 91 schrieb Beethoven 1813/14 aus Anlass des ersten Wiener Kongresses – ein Werk, mit dem er voll und ganz den Geschmack seiner Zeit traf und einmal mehr seinen Stellenwert unterstrich. Man darf diese Jahre im Leben des Ludwig van Beethoven mit Recht als Höhenflug bezeichnen.

Und dann kam der Absturz. Nicht in Form eines plötzlichen Einbruchs, sondern auf Raten. Ein Nachlassen in Beethovens Schaffenskraft lässt sich ab etwa 1813 feststellen. Die Biografen sind uneins darüber, was der konkrete Auslöser für die Krise war. Am wahrscheinlichsten ist das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die eine künstlerische wie persönliche Depression provozierten. Zu den zahlreichen unglücklichen Episoden in Beethovens Liebesleben kamen materielle Sorgen. Das so genannte Finanzpatent von 1811 war mit einer Geldentwertung verbunden; dadurch reichte Beethovens Rente, die ihm von adligen Gönnern garantiert worden war, kaum mehr für den Lebensunterhalt. Fürst Kinsky, einer der Garanten für diese Rente, starb 1812 – somit reduzierte sich Beethovens Einkommen weiter. Als dem Fürsten Lobkowitz 1813 der Bankrott drohte, sah der Komponist keinen anderen Ausweg, als seinen zugesprochenen Lebensunterhalt gerichtlich einzuklagen. Zu den finanziellen Schwierigkeiten kamen gesundheitliche Probleme. Das Gehörleiden, unter dem Beethoven seit 1798 gelitten hatte und das Mitte der 1800er Jahren stagniert haben dürfte, schritt nun weiter voran. In den Jahren zwischen etwa 1810 und 1818 ertaubte er völlig. Ab 1813 benützte er ein Hörrohr und ab 1818 sind uns Konversationshefte erhalten, mittels derer sich Beethoven mit seiner Umgebung verständigte. Der Prozess der langsamen Ertaubung, der im Leben eines Musikers wie ein schrittweises Absterben des künstlerischen Ich wirken muss, nahm in Beethovens Welt eine zunehmend bestimmende Rolle ein. Auch in familiären Dingen stand es nicht gut. 1815 starb Beethovens Bruder Kaspar Karl und hinterließ einen neunjährigen Sohn, dessen Vormundschaft in den Folgejahren Anlass für einen nervenaufreibenden Rechtsstreit zwischen Ludwig van Beethoven und seiner Schwägerin Johanna war.

Kompositorisch wandte sich Beethoven in diesen «dunklen Jahren» ab von den großen Formen, den Symphonien und Instrumentalkonzerten. Kammermusik, darunter zahlreiche Klaviersonaten und Streichquartette, rückten jetzt in den Mittelpunkt seines Interesses. Als Pianist war seine Karriere vorbei, als Dirigent konnte er sich nicht mehr auf seine bloße Vorstellungskraft verlassen – zu häufig waren die offensichtlichen Unzulänglichkeiten. Und die Begeisterung des Wiener Publikums für Unterhaltungskünstler vom Schlag eines Rossini löste bei Beethoven Ärger und Enttäuschung aus. Es liegt nahe, den Rückzug aus der Öffentlichkeit, die finanzielle und persönliche Depression und obendrein die gesundheitliche Zersetzung als verstärkenden Faktor zu einem tristen Gesamtbild zusammensetzen.

War Beethoven am Ende? Keineswegs. Der glühende Freigeist Beethoven wäre uns kaum als vorbildhafte Kämpfernatur bekannt, wenn sein unbeugsamer Wille ihn nicht dazu angetrieben hätte, die Musik weiterhin als sein persönlichstes Ausdrucksmittel zu verwenden. Und wenn er selbst seine Musik nur im Inneren zu hören vermochte – der Welt draußen konnte er sich so am besten mitteilen. Hatte er sich über Jahre fast ausschließlich mit Werken für kleinere Besetzungen befasst, so bot sich 1819 ein ausgezeichneter Anlass, ein größeres Werk in Angriff zu nehmen. Beethovens langjähriger Mäzen und Klavierschüler, Erzherzog Rudolph, sollte am 20. März 1820 als Erzbischof von Olmütz inthronisiert werden. Beethoven wurde mit der Komposition einer großen feierlichen Messe beauftragt, die der Komponist aber nicht rechtzeitig fertigstellen konnte. Stattdessen wurde die Komposition dieser «Missa solemnis» für Beethoven zu einer vier Jahre dauernden Suche nach seinem eigenen Gottesverständnis. Mit seiner großen Messe legte Beethoven schließlich sein geistliches Glaubensbekenntnis ab – das weltliche sollte bald folgen.

Beethoven schöpfte gegen Ende der 1810er Jahre wieder neue Kraft. Ein Auftrag der Londoner Philharmonic Society bot 1817 den Anlass für die Komposition einer neuen Symphonie. Schon während der Jahre der Zurückgezogenheit hatte Beethoven so manche symphonische Idee gewälzt: ein Werk dieser Gattung in d-moll wollte er schon 1812 schreiben, hatte das Projekt aber aufgeschoben. Seit 1793 hatte er die Idee mit sich getragen, Friedrich Schillers «Ode an die Freude» in Musik zu setzen. Dann und wann waren Anklänge an die edlen Worte in Beethovens Werk durchgeblitzt: «Wer ein holdes Weib errungen …» ist im großen Schlusschor von «Fidelio» zu hören. Und die Chorfantasie op. 80 (1808) gilt als die «kleine Neunte», zeigte Beethoven hier doch deutlich, dass ihm das Überschreiten von Gattungsgrenzen zugunsten des angestrebten künstlerischen Gehalts keine Probleme bereitete.

Man darf aber nicht glauben, dass Beethoven bei der Konzeption seiner neuen Symphonie von Anfang an das «große Ganze» vor Augen hatte, wie es so oft davor der Fall gewesen war: Nachdem 1818 zum ersten Mal die Idee eines vokalen Finales auftauchte, ohne dass Beethoven einen bestimmten Text im Sinn gehabt hätte, musste die Symphonie nun wieder zugunsten der Komposition der «Missa solemnis» und der letzten Klaviersonaten warten. Ab 1822 ging die Arbeit zügiger voran. Seiner Gewohnheit entsprechend, arbeitete Beethoven zu Be-ginn mit einer Vielzahl von Skizzenblättern, auf  denen er Ideen und Entwürfe zu Papier brachte. Hier wurde konstruiert und verworfen, gesponnen und zerrissen. Im Herbst 1823 lagen die ersten drei Sätze fertig vor. Bis zuletzt war Beethoven unschlüssig, wie das Finale angelegt sein sollte. Lange Zeit hatte er ein «finale instromentale» geplant. Im Winter 1823/24 muss er die Entscheidung zugunsten der uns bekannten Form getroffen haben – im Frühjahr war die Symphonie fertig. Nachdem Beethoven die einfache Melodie, die wir heute als «Freude, schöner Götterfunken»-Thema kennen, nach allen symphonischen Möglichkeiten durchgearbeitet hatte, gab es einen musikalisch begründeten Anlass, die menschliche Stimme in seine Symphonie einzubauen. Quasi als Mahner und Aufrüttler erhebt sich das Solo «O Freunde, nicht diese Töne!» Worte, die Beethoven wahrscheinlich selbst als Einleitung für Schillers «Ode an die Freude» geschrieben hat.

Die Symphonie Nr. 9 d-moll op. 125 stellt einen Wendepunkt in der gesamten Musikgeschichte dar. Beethoven sprengte – ein weiteres Mal – die Grenzen des für möglich Gehaltenen, was Form, Dynamik, Instrumentation, innerer Zusammenhang und Umgang mit Themen anbelangte. Gleichzeitig schuf er die erste erfolgreiche Symphonie mit maßgeblicher Vokalbeteiligung, was sich in herkömmlichen Maßstäben nicht einmal charakterisieren ließ – hier war ein neues Hören und Denken gefordert. Binnen weniger Jahrzehnte war die Symphonie von einer gebildeten Spielerei für informierte Kenner zur persönlichen Bekenntnismusik avanciert. Spätestens mit der «Eroica» hatte Beethoven endgültig vorgegeben, dass die Symphonie ein Manifest des künstlerischen Ich sein musste; jedes Mittel war erlaubt, um dieses Ziel zu erreichen. Und obwohl die Idee jung war, ihre Entwicklung trieb der Erfinder Beethoven in Riesenschritten voran. Am Ende stand die Krönung in Form der Verbindung von Musik und Wort. Eine gegenseitig unterstützende Erhöhung beider Künste, die gleichzeitig Ausgangspunkt und Beitrag zugleich für eine lange Auseinandersetzung in einer ästhetischen Kernfrage war – ob die Musik über oder unter dem Wort stünde. Am Beginn des Diskurses steht neben anderen Werken Beethovens Symphonie Nr. 9, die in den überbordenden Ausmaßen und dem monumentalen Schlusssatz in Form einer Jubelkantate einmal mehr den innersten Überzeugungen Beethovens Ausdruck verlieh: «Alle Menschen werden Brüder …», diese Worte mögen stellvertretend Beethovens Credo versinnbildlichen.

Im Nebel dunkel grollender Ahnungen hebt der erste Satz (Allegro ma non troppo, un poco maestoso) an. Er beginnt schon lange, bevor die ersten Töne hörbar werden. Als Hörer wird man hineingesogen in einen Zustand unbestimmter Dunkelheit. Über der leeren Quinte beginnen fallende Intervalle die Szenerie für eine dramatische Eröffnung zu erzeugen. In den leeren Quintenklang platzt das erste Thema, ein kantiges, trotziges Kraftbündel, das sich seinen Weg ans Licht kämpfen will. Konterkarierend dazu das zweite Thema, das in rhythmischer Prägnanz, aber ohne nennenswerte melodischen Gehalt zur zweiten Triebfeder wird. Entladung folgt auf Entladung, das Extreme wird hier zur Norm.

Erstmals in der Symphonik folgt in Beethovens neunter Symphonie das Scherzo (Molto vivace) an zweiter Stelle. War der erste Satz in seiner Grundstimmung noch verzweifelt, so nimmt Beethoven hier den Kampf entschlossen au f. Das Thema könnte einfacher nicht sein: In fallenden Oktaven zementiert Beethoven Tonika und Dominante als Grundsäulen fest. Was folgt, gehört zum bizarrsten und aggressivs­-ten, was die damalige Musikwelt je gehört hatte. In einem dämonischen Rausch wird das Thema wie auf einer Treibjagd gehetzt. Ein beschaulich anmutendes Trio mit seinen statischen Klängen kann nichts am Grundcharakter dieses Satzes ändern. Gleichzeitig fungiert Beethovens Kunstgriff, das Scherzo an die zweite Stelle der Symphonie zu rücken, als Balanceverschiebung. Durch den überlangen Finalsatz wäre das Scherzo an dritter Stelle zu einem Vorspiel verkommen. Der Eröffnungssatz und das Scherzo bilden gemeinsam aber sowohl an Länge als auch in musikalischer Substanz einen Gegenpol zum großen Finale.

Als Achse dient der langsame Satz (Adagio molto e cantabile – Andante moderato), der in seiner Anmut nach den wuchtigen ersten beiden Sätzen fast ein wenig verloren wirkt. In Form eines erhaben-verklärten Variationensatzes lässt Beethoven Raum für das lyrische Aussingen von Ideen, denen er einen strengen Choral gegenüber stellt. Zweimal ertönen Fanfaren, einmal als Mahnung an die Vergangenheit und dann wieder als Ankündigung der bevorstehenden Erlösung.

Der Finalsatz (Presto – Allegro assai) lässt das Vergangene wieder auferstehen und bringt eine Zusammenfassung des bisher Geschehenen. Verzweiflung – entschlossener Kampf – Innehalten und Kontemplation. In einen Moment der Ruhe hinein spielen die Kontrabässe erstmals jenes berühmte Thema, das Weltruhm erlangt hat. In tiefer Lage, ganz ohne Worte, erklingt die Melodie in ihrer einprägsamen Schlichtheit. Ein erneutes Losdonnern wird nun vom Ruf eines Menschen unterbrochen. Ein rufender Mensch? In einer Symphonie? Beethoven stellt den Einsatz der menschlichen Stimme ans letzte Ende des Auslotens der musikalischen Möglichkeiten des Themas. Der Mensch trägt mit seinen Fähigkeiten die Lösung für alle Probleme in sich. Zu Beginn steht die Sprache in musikalischer Verfeinerung: das Rezitativ. «O Freunde, nicht diese Töne!» mahnt der Bass und setzt fort: « Sondern laßt uns angenehmere anstimmen und freudenvollere.» Hier setzt Schillers «Ode an die Freude» ein, die Beethoven zu einem Freudengesang auf die Welt und ihren Schöpfer macht. Einerseits steht Gott – Schiller nennt ihn «lieben Vater», der «überm Sternenzelt» wohnt – über den menschlichen Dingen. Gleichzeitig ist aber der Mensch verantwortlich für sein Denken und Handeln. Der Lohn dafür ist groß: «Wem der große Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu sein» ist die Keimzelle für eine Gesellschaft, wie Beethoven sie sich herbeisehnt. Eine Utopie (das «Elysium»), in der das Böse nicht anders kann, als die Flucht zu ergreifen und alle Unterschiede zwischen reich und arm, mächtig und schwach bedeutungslos sind. «Alle Menschen werden Brüder …», das Ziel der Reise ist erreicht. Beethovens neunte Symphonie gipfelt in einem schier endlosen Jubelgesang, der den beschwerlichen Weg vom Dunkel zu den Sternen («per aspera ad astra») mit wuchtiger Ausgelassenheit beschließt.

Die erste Aufführung der Symphonie fand am 7. Mai 1824 im Wiener Kärntnertortheater statt. Nach Augenzeugenberichten hatte der Komponist «an der Leitung des Ganzen Antheil». Er stand dem dirigierenden Kapellmeister Michael Umlauf zur Seite und markierte, «in seiner Original-Partitur nachlesend», die neu einsetzenden Tempi. Mehr ließ der Zustand seines Gehörs nicht zu. Er musste von den Gesangssolisten sogar auf den jubelnden Applaus des Publikums aufmerksam gemacht werden, damit er sich bedanken konnte, was er dann auch, wie es heißt, «in linkischster Weise tat». Beethovens Neunte ist ein Schlüsselwerk der Musik. An ihr kam in der Folgezeit kein Komponist vorbei, ohne sich mit ihr auseinanderzusetzen. Für Anton Bruckner etwa wurde das Erlebnis der neunten Symphonie, besonders ihrer drei instrumentalen Sätze, zur wichtigsten Inspiration seines gesamten symphonischen Schaffens, während Gustav Mahler auf dem von Beethoven eröffneten Weg der Einbeziehung von Singstimmen und Chören weiter fortschritt. Kein zweites Werk hat eine so breite und vielschichtige Rezeptionsgeschichte entfaltet wie diese Symphonie. Ihre Wirkung reicht weit über den musikalischen Bereich hinaus; sie hat Dichter, Schriftsteller und bildende Künstler inspiriert und überdies tiefgreifende ästhetische und philosophische Diskussionen ausgelöst. Vor allem aber hat Beethovens neunte Symphonie zu allen Zeiten ihre Botschaft verkündet, die künstlerisch ausgedrückte Idee von der Freude und der weltumspannenden Brüderlichkeit unter den Menschen.

© Grafenegg Kulturbetriebsges.m.b.H. | Alexander Moore