Don Quichotte: Kampf gegen Windmühlen

St. Pölten Festspielhaus Großer Saal Festspielhaus | Großer Saal

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    Abgesagt

Interpreten

  • Anú Sifkovits, Schauspiel
  • Nina Ball, Ausstattung
  • Lena Jaeger, Musik-Konzeption
  • Nina Kupczyk, Regie, Libretto & Konzeption
  • Laura Szabo, Solist
  • Lorenz C. Aichner, Dirigentin

Programm

Richard Strauss
«Don Quixote» Fantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters op. 35, Ausschnitte
Nikolai Rimski-Korsakow
Capriccio espagnol op. 34, Fandango asturiano
Alexander Glasunow
«Aus dem Mittelalter» Suite für Orchester op. 79, Serenade des Troubadour
Richard Strauss
«Im Abendrot» aus «Vier letzte Lieder» für Sopran und Orchester

Im Mittelpunkt dieses Konzerts stehen der tragikomische Held Don Quichotte und sein klappriges Pferd Rosinante. Obwohl die Romanvorlage von Miguel de Cervantes schon mehr als 400 Jahre alt ist, hat die Geschichte des Ritters von der traurigen Gestalt kein bisschen Rost angesetzt: Viele Künstlerinnen und Künstler haben sich von der Figur des Don Quichotte inspirieren lassen. Unterstützt von seinem Diener Sancho Pansa, kämpft er bis heute gegen Windmühlen. Musikalisch führt der Ritt durch die Klangwelt von Richard Strauss und seiner Komponistenkollegen.

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Alexander Borodin

«Eine Steppenskizze aus Mittelasien» Symphonische Dichtung

Sätze

  • Allegretto con moto

Dauer

7 Min.

Entstehung

1880

Alexander Borodin ist heute nur mehr mit einer halben Handvoll seiner Kompositionen im Musikleben präsent. Dazu gehören die Oper «Fürst Igor» mit den «Polowetzer Tänzen» als symphonischem Einzelteil daraus, die zweite Symphonie und natürlich die symphonische Dichtung «Eine Steppenskizze aus Mittelasien». Borodin, 1833 geboren, war allerdings in erster Linie nur «Nebenerwerbskomponist». In St. Petersburg aufgewachsen, erlernte der begabte uneheliche Spross eines georgischen Fürsten fünf Sprachen, Klavier, Flöte und Cello. Mit 17 Jahren trat er in die Militärakademie für Medizin und Chirurgie in St. Petersburg ein – und entdeckte seine Leidenschaft für experimentelle Chemie. 1858 promovierte er zum Doktor der Medizin, ging noch einige Zeit ins Ausland, übernahm 1862 eine Professur für organische Chemie in St. Petersburg und widmete sich dort seinen Studien. Auf so musikfremden Gebieten wie der Poly-merisation und Kondensation der Aldehyde sowie seiner Entdeckung der Aldol-Addition im Jahre 1872 machte sich Borodin in wissenschaftlichen Kreisen einen klingenden Namen.

Weit klangvoller noch sollte ihn aber sein schmales Œuvre in die Annalen der Musikgeschichte eingehen lassen: 1876 war seine zweite Symphonie vollendet, 1889, zwei Jahre nach Borodins Herztod, wurde der «Fürst Igor» uraufgeführt. Dazwischen liegen einige Romanzen, Kammermusik, weitere Symphonien und die symphonische Dichtung «Eine Steppenskizze aus Mittelasien», die Borodin 1880 aus Anlass des 25. Jahrestags der Regierung von Zar Alexander II. komponiert hatte. Gewidmet ist das programmatische Werk dem von Borodin hoch geschätzten Franz Liszt. Die Uraufführung dirigierte im Oktober 1880 bei einem Konzert der Russischen Musik-gesellschaft Eduard Naprawnik.

Borodin selbst hat dem kurzweiligen, effektvollen Werk das Programm vorangestellt, aus dem sich auch logisch die vier musikalischen Grundelemente herauslesen lassen: «In der einförmigen Steppe Mittel-Asiens (hohe Streicher) erklingen die bisher fremden Töne eines friedlichen russischen Liedes (Klarinette). Aus der Ferne vernimmt man das Getrappel von Pferden und Kamelen (Pizzicati der tiefen Streicher) und den eigentümlichen Klang einer morgenländischen Weise (Englischhorn). Eine einheimische Karawane nähert sich. Unter dem Schutz der russischen Waffen zieht sie sicher und sorglos ihren weiten Weg durch die unermessliche Wüste. Weiter und weiter entfernt sie sich. Das Lied der Russen und die Weise der Asiaten verbinden sich zu einer gemeinsamen Harmonie, deren Widerhall sich nach und nach in den Lüften der Steppe verliert.» Später äußerte sich der schmunzelnde Komponist einem höchst verwunderten und beeindruckten Freund gegenüber bezüglich der exzellenten Verarbeitung der Themen: «Bevor ich dieses Stück komponierte, hatte ich bereits die beiden Themen erdacht – das russische und das orientalische, die dann beide im doppelten Kontrapunkt zusammengebracht wurden; und erst später entwickelte ich das gesamte Accessoire dieses Orchesterbildes.» Und vielleicht liegt die Kunst des Kontrapunkts gar nicht so weit entfernt von der ebenso kunstvollen Welt der chemischen Verbindungen ...

© NÖ Tonkünstler Betriebsges.m.b.H. | Markus Hennerfeind