Haydn & Kodály

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Interpreten

  • Thomas Bachmair, Trompete
  • Azis Sadikovic, Dirigent

Programm

Mit Zoltán Kodálys volkstümlich inspirierten «Tänzen aus Galanta» eröffnet der österreichische Dirigent Azis Sadikovic sein erstes symphonisches Programm mit den Tonkünstlern, anschließend erweisen sie der Wiener Klassik ihre Reverenz. Tusch für Thomas Bachmair: Der erste Trompeter im Orchester gestaltet den Solopart in Joseph Haydns berühmtem Es-Dur-Konzert, einer frühen Komposition für die Ende des 18. Jahrhunderts erfundene Klappentrompete. Und Haydns Sinfonie Nr. 97 in C-Dur kam von der Stunde ihrer Londoner Uraufführung 1792 dermaßen gut an, dass sie schon eine Woche später erneut ins Konzertprogramm genommen wurde.

Aufgrund der geltenden Verordnungen zur Covid-19-Prävention sind auch unsere Konzertprogramme Änderungen unterworfen. Die für den Abend «HAYDN & COPLAND» ursprünglich vorgesehene Orchestersuite «Appalachian Spring» von Aaron Copland wird durch Zoltán Kodálys «Tänze aus Galanta» ersetzt. Die Zusammenarbeit mit dem jungen amerikanischen Dirigenten und Komponisten Benjamin Wenzelberg wird zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt.

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Zoltán Kodály

Tänze aus Galánta

Sätze

  • Lento - Andante maestoso

  • Allegretto moderato - Andante maestoso

  • Allegro con moto, grazioso - Animato - Andante maestoso

  • Allegro - Poco meno mosso

  • Allegro vivace - Andante maestoso - Allegro molto vivace

Dauer

13 Min.

Entstehung

1930

«Der Philharmonischen Gesellschaft Budapest anlässlich ihres 80-jährigen Bestehens» widmete Kodály seine «Galántai Táncok», die «Tänze aus Galánta», die im Oktober 1933 in Budapest vom Orchester der Philharmonischen Gesellschaft unter der Leitung von Ernst von Dohnányi uraufgeführt und zum meistgespielten und erfolgreichsten Werk des Kompo­nisten wurden. Galánta (slowakisch: Galanta), heute eine Klein­stadt in der Slowakei, ca. 50 Kilometer östlich von Bratislava, gehörte bis zum Ende der Donaumonarchie zum ungarischen Staats­gebiet und kam auch in der Zeit des Nationalsozialismus durch einen Schiedsspruch noch einmal zu Ungarn.

Kodálys Vater war Ende des 19. Jahrhunderts eine Zeit lang Bahnhofs­vorsteher in Galánta, Zoltán verbrachte dort mit seiner Familie einige Jahre seiner Kindheit. Als Erwachsener trug er immer eine gewisse Trauer darüber mit, dass heimatliche Ge­biete, in denen er in seiner Kindheit und Jugend gelebt und als junger Mann als Volks­musikforscher unterwegs war, für Un­garn verloren gegangen waren. So schwingen oft auch Töne der Weh­mut mit, wenn sich Kodály in seinen Orchesterwerken an Orte, Landschaften und musikalische Tonfälle solcher Ge­biete erinnerte.

Zigeunermusik – dieser Ausdruck hat für unsere Ohren einen abwertenden Beigeschmack, zudem ist er politisch un­korrekt. Aber noch bis weit ins 20. Jahrhundert dachte man sich nichts Schlechtes dabei, Zigeunerliedern zu lauschen und im Rhythmus von Zigeunerkapellen mitzuschunkeln. Zigeuner­musik war ein europaweites Phänomen: Von Spanien, wo die «Gitanos» im Flamenco mitmischten, bis nach Pannonien waren über Jahrhunderte hinweg die musizierenden Zigeuner unterwegs. Komponisten wie Haydn und Brahms komponierten lustvoll und ohne Vorbehalte «alla zingarese». Liszt griff in den «Ungarischen Rhapsodien» auf die Zigeunermusik zurück. Erst Kodály und Bartók legten mit ihren Forschungen im pannonischen Hinterland bis nach Rumänien auch eine andere ungarische Volksmusik frei.

Als Kodály an seine Kindheit in Galánta dachte, fiel ihm aber wieder der Klang der dortigen Zigeunerkapelle ein. In Wien fand er eine um 1800 erschienene Sammlung mit dem Titel «Ungarische Tänze von Zigeunern aus Galánta». Darauf und auf seine eigenen Erinnerungen griff Kodály zurück, als er das Auftragswerk für die Philharmonische Gesellschaft in Budapest komponierte. Und so gingen Melodik und Rhythmik von Tän­zen wie dem Csárdás und Werbetänzen wie dem Verbunko in seine Orchesterkomposition ein, die die alten Lied- und Tanz­weisen in neue, schillernde Farben tauchte (da merkt man Kodály seine Begeisterung für Debussy an).

Wie in der originalen Zigeunermusik schwankt auch Kodály in den direkt ineinander übergehenden Tänzen beständig zwischen schwermütigen, etwas langsameren Passagen und stürmisch bewegten Abschnitten hin und her. Die typischen Halb­ton-Färbungen dürfen nicht fehlen und geben den «Tänzen aus Galánta» ebenso ihre unverkennbare Note wie die Synkopen im Rhythmus. Manchmal weht ein orientalischer Hauch durch die Musik. Das ergreifende Klarinettensolo nach dem Einleitungs­teil dürfte eine Kennmelodie sein, denn im Finale kehrt sie wieder und hält für kurze Zeit entrückter Erinnerung den Csárdás-Wirbel auf. Dann gibt sich Kodály noch einmal ganz dem Tem­perament der Zigeuner­kapelle aus seiner Kindheit hin.

© NÖ Tonkünstler Betriebsgesellschaft m.b.H. | Rainer Lepuschitz

Joseph Haydn

Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur Hob. VIIe:1

Sätze

  • Allegro

  • Andante

Dauer

15 Min.

Das Trompetenkonzert in Es-Dur sollte Haydns letztes Instrumentalkonzert sein und zugleich sein letztes reines Orchesterstück: eine in Besetzung und Ausarbeitung groß angelegte Komposition von musikalischer Reife und Schönheit, den formalen Prinzipien eines Instrumentalkonzerts folgend, dreisätzig: 1. Sonatenhauptsatzform, 2. Andante in dreiteiliger Liedform, 3. Rondo.

Musikalisch dicht präsentiert sich der 1. Satz (Allegro) mit seinen beiden Themen, die in der kurzen Durchführung variantenreich verarbeitet werden – wobei Orchester und Solotrompete ebenbürtige Partner sind. Die kurze Reprise mündet in eine Kadenz, in der der Solist improvisierend sein Können (und das seines neuen Instruments) zeigen konnte. Der 2. Satz (Andante) ist ein schlichtes kantables Andante im 6/8-Takt mit kontrastierendem chromatisch ge­schärften Mittelteil, das in allen Belangen die Stärken der Trompete präsentiert. Das eigentlich Besondere aber bietet das Finale (Allegro): Was später durch Beethoven und Schubert zum Formprinzip erhoben werden sollte, ist von Haydn hier wie in einigen späten Symphonien begonnen worden – die Verschmelzung von Rondo und Sonatenform. Zwar handelt es sich um ein «normales» Rondo mit abwechslungsreicher Gestik und überraschenden Momenten, doch findet sich neben dem Refrain ein wiederkehrendes Seitenthema; und verschiedenste motivische Verarbeitungen lassen eine spätere Durchführung bereits erahnen. Wie der Kopfsatz mündet das Finale (Allegro) in eine (wiederum zu improvisierende) Solokadenz, die noch einmal den Klang der Trompete erstrahlen lässt, bevor der Satz brillant ausklingt.

© Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft m.b.H. | Astrid Schramek

Joseph Haydn

Symphonie C-Dur Hob. I:97

Sätze

  • Adagio - Vivace

  • Adagio ma non troppo

  • Menuetto. Allegretto

  • Finale. Presto assai

Dauer

27 Min.