Details und Tickets

Interpreten

  • Pablo Sáinz Villegas, Gitarre
  • Lina González-Granados, Dirigentin

Programm

Wenn es so etwas wie unwiderstehliche Musik gibt, dann gehört das «Concierto de Aranjuez» von Joaquín Rodrigo eindeutig dazu. Das wohl populärste aller Gitarrenkonzerte führt in die königlichen Gärten südlich von Madrid, die dem blinden Komponisten sehr ans Herz gewachsen waren. In Grafenegg wird es vom spanischen Gitarristen Pablo Sáinz Villegas gespielt. Der charismatische Virtuose zählt aktuell zu den wichtigsten Botschaftern spanischer Musik, deren Reize – wie etwa in Georges Bizets erster «Carmen»-Suite – auch im zweiten Teil des Konzerts zur Geltung kommen. Die junge kolumbianische Dirigentin Lina González-Granados hat zuletzt als Einspringerin für Riccardo Muti beim Chicago Symphony Orchestra für Furore gesorgt und ist am Sprung zu einer internationalen Karriere.

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Joaquín Rodrigo

Konzert für Gitarre und Orchester «Concierto de Aranjuez»

Sätze

  • Allegro con spirito

  • Adagio

  • Allegro gentile

Dauer

20 Min.

Entstehung

1939

Joaquín Rodrigo kam im Jahr nach dem Beginn des 20. Jahrhunderts zur Welt und starb im Jahr vor dem Ende des 20. Jahrhunderts. Und die Hälfte jenes Jahrhunderts, das er fast zur Gänze erlebte, und darüber hinaus zählte und zählt er dank einer seiner Kompositionen zu einer Berühmtheit des Musiklebens in aller Welt: dem «Concierto de Aranjuez» für Gitarre und Orchester. Für die Popularität des Werkes lassen sich einige Erklärungen finden:– Der Titel, der an die Sommerresidenz des spanischen Königshauses der Bourbonen im Süden von Madrid auf dem Weg nach Andalusien erinnert, an die einmalige Atmosphäre in den weiten prachtvollen Gärten mit seinen wilden wie regulierten Gewässern, den gefiederten Bewohnern,  den schönen Magnolien und natürlich der Architektur des Schlosses, das einen mit  den Armen seiner Seitentrakte zu umfangen scheint.– Die musikalische Mischung aus historischer südlicher Tanzmusik, lebendiger spanischer Volksmusik und persönlicher Ausdrucksmusik mit unverstelltem Sentiment.– Der Solopart der Gitarre mit gehaltvoller Melodik und Harmonik, wunderbaren Arabesken, einer leidenschaftlichen Kadenz und schwungvoller Rhythmik.– Die eingängige und stimmungsvolle Orchestersprache, in der das Melodische in satten Farben und das Rhythmische in pulsierenden Akzenten ausgelebt wird.– Der Dialog zwischen der Gitarre und anderen Soloinstrumenten sowie dem ganzen Orchester, der nicht nur für den Musiker, sondern auch für den Hörer die Möglichkeit einer Identifizierung mit dem eigenen Ich im Solopart gegenüber der Mitwelt bietet. Rodrigo spricht auf direkte Weise die individuelle musikalische Empfindung an.– Die traurig-romantische Stimmung im langsamen Satz, mit einer sich wehmütig vortastenden Hauptmelodie, die etwas improvisiert aus dem Moment heraus entstanden wirkt, nach der Gitarre von verschiedenen Instrumenten wie dem Englischhorn, Fagott und Horn wie ein Lamento weitergesungen und in schwermütigen Gefühlsaufwallungen vom ganzen Orchester angestimmt wird. Die mit verminderten Septakkorden spannungsreich gefärbte Harmonik trägt ein Übriges zur melancholischen Wirkung dieses Satzes bei, dessen Melodie es in den Sechzigerjahren im Schlager «Mon amour» sogar in die Popregionen schaffte und vom Jazztrompeter Miles Davis für sein Album «Sketches of Spain» transkribiert wurde.

Der Eröffnungssatz beginnt mit einem fanfarenhaft wirkenden Solo der Gitarre, die den mitreißenden Rhythmus in das Orchester hineinträgt und ein von den Streichern eröffnetes, heiteres melodisches Treiben auslöst. Vogelrufe, auch des Kuckucks, sprechen die Stimme der Natur in den Gärten. Aber jede Anspielung solcher Art ist geschmackvoll in das gesamte musikalische Geschehen eingebunden und wirkt nie plump-programmmusikalisch.Das Finale wechselt von den Parks ins Schloss zu einem höfischen Tanzfest, wo graziös bis lebhaft Zweier- und Dreiertakt gegen- und miteinander tanzen.

Joaquín Rodrigo, der aus der Nähe von Valencia stammte, sammelte nach einer ersten Lehrzeit am dortigen Konservatorium wichtige musikalische Eindrücke und Erfahrungen bei einem fünfjährigen Aufenthalt in Paris, wo der außergewöhnlich begabte Musiker freundschaftliche Aufnahme in den Kreisen seines berühmten Landsmannes Manuel de Falla, aber auch von Maurice Ravel, Arthur Honegger und Darius Milhaud fand. Sein Kompositionslehrer an der Pariser École Normale de Musique war Paul Dukas, der Schöpfer des unsterblichen «Zauberlehrlings» in Tönen. Der Neoklassizismus, der sich ihm in Paris einprägte, blieb Rodrigo sein komponierendes Leben lang ein wesentliches stilistisches Mittel, das er mit historischen und aktuellen Einflüssen spanischer Musik anreicherte.Die Uraufführung des «Concierto de Aranjuez» 1939 in Barcelona machte den Musiker, der sich bereits als Dirigent und Pianist einen guten Namen erworben hatte, auch als Komponisten faktisch über Nacht berühmt, das Werk wurde zu einer der meistgespielten Kompositionen des klassischen Musikrepertoires überhaupt. Die Gitarristen – und das Konzertpublikum – auf der ganzen Welt waren und sind Rodrigo aber auch dankbar für ähnlich gelungene Werke wie die «Fantasía para un gentilhombre», die selbst einen begnadeten Gitarristen wie Pepe Romero zu technischen Höchstleistungen herausforderte, das «Concierto para una fiesta», das «Concierto Madrigal» und das «Concierto Andaluz». In äußerst anspruchsvollen Solowerken für Gitarre wie etwa «Invocación y danza» schlug Rodrigo eine überaus avancierte Tonsprache an, die der Gitarre neue, moderne Regionen erschloss.

Joaquín Rodrigo lebte ab den späten Vierzigerjahren in Madrid, wo er als Professor für Musikgeschichte am Konservatorium und als Musikkritiker sowie Radioredakteur wirkte, und gelangte als musikalische Persönlichkeit Spaniens zu höchstem Ansehen. Der Künstler, der ab seinem dritten Lebensjahr nach einer Diphtherieerkrankung fast vollständig blind war, erhielt zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. 1992 verlieh der spanische König Juan Carlos dem Schöpfer des «Concierto de Aranjuez» den Ehrentitel «Marqués de los Jardines de Aranjuez».

© Rainer Lepuschitz | Tonkünstler

Zoltán Kodály

Tänze aus Galánta

Sätze

  • Lento - Andante maestoso

  • Allegretto moderato - Andante maestoso

  • Allegro con moto, grazioso - Animato - Andante maestoso

  • Allegro - Poco meno mosso

  • Allegro vivace - Andante maestoso - Allegro molto vivace

Dauer

13 Min.

Entstehung

1933

Aus dem zu Beginn des 20. Jahrhunderts blühenden ungarischen Musikleben ragten bald drei junge Männer und Freunde hervor, die in vielerlei Hinsicht miteinander verbunden waren - bis hin zu der Tatsache, dass die Klavierschülerin des einen zur Kompositionsschülerin des anderen und schließlich Schülerin und Ehefrau des dritten wurde. Ernst von Dohnányi, Béla Bartók und Zoltán Kodály waren als Interpreten und Lehrer aktiv und nahmen verschiedene Funktionen ein, in denen sie maßgeblich zur Professionalisierung und Modernisierung verschiedenster musikalischer Bereiche beitrugen, wobei ihr kreatives Schaffen, für das sie Weltruhm erlangten, da noch gar nicht berücksichtigt ist. Dohnányi vertrat als Komponist eine relativ konservative Richtung in einer Nachfolge von Brahms, Bartók war der vergleichsweise Progressive, der einen alternativen Weg zu den Neuerungen Igor Strawinskys oder Arnold Schönbergs entwickelte.

Zoltán Kodály ging demgegenüber einen Mittelweg. Seit frühester Jugend hatte er eine Affinität zum ländlichen Leben, die sich in den gemeinsam mit Bartók betriebenen Feldforschungen zur ungarischen Volksmusik weiter ausprägte und auch eine markante Rolle in seinem eigenen Schaffen erhielt. Die «Tänze aus Galánta» gehen auf eine dort ansässige Musikkapelle der Roma zurück - damals im allgemeinen Sprachgebrauch als «Zigeuner» bezeichnet. Kodály verbrachte die Jahre 1885 bis 1892 in jener kleinen, heute westslowakischen Gemeinde, da sein Vater dort Bahnstationsvorstand war. Vier Jahrzehnte später war es ein Werk zum 80-jährigen Bestehen der Budapester Philharmonie, für das er seine Gedanken in diese Zeit zurückwandern ließ, wie er im Vorwort zur Partitur festhielt:

«Galánta ist ein kleiner ungarischer Marktflecken an der alten Bahnstrecke Wien-Budapest, wo der Verfasser sieben Jahre seiner Kindheit verbrachte. Damals wohnte dort eine berühmte Zigeunerkapelle, die dem Kinde den ersten 'Orchesterklang' einprägte. Um 1800 erschienen in Wien einige Hefte ungarischer Tänze, darunter eines 'von verschiedenen Zigeunern aus Galántha'. Jenen Heften entstammen die Hauptmotive dieses Werkes.»

Nicht nur Kodály, sondern auch zahlreiche andere Komponisten griffen auf diese Sammlung zurück. Kodálys «Tänze aus Galánta» bestehen aus fünf attacca ineinander übergehenden Teilen, in denen das Ausgangsmaterial vielfältig verarbeitet und in schillernde Orchesterfarben getaucht wird. Die markante, thematisch im Verlauf wiederkehrende Melodie der Einleitung entspricht dem langsam gespielten Teil (lassú) vieler ungarischer Musikstücke, etwa auch dem Csárdás. Dieses Thema kommt rondoartig im Verlauf mehrfach wieder. Ihm steht kontrastierend das lebhafte, wörtlich «frische» Element (friss) gegenüber. Als Kern des Werks kristallisiert sich der Verbunkos heraus, eine Tanzform, die bei der Anwerbung junger Männer für den Soldatendienst gespielt wurde und sich mit ihrem speziellen Rhythmus als typisch ungarisch etabliert hat. Markant ist der Wechsel von Soli und Tutti-Abschnitten, die abwechslungsreich aneinandergereiht werden. Nach und nach steigert sich das Geschehen, ebbt immer wieder kurz ab und mündet endlich in den Schlussteil, der das Werk mit einer feurigen Coda beschließt.

© Niederösterreichische Tonkünstler Betriebsgesellschaft m.b.H.| Christian Heindl

Georges Bizet

Carmen-Suite Nr. 1

Sätze

  • Prelude

  • Aragonaise

  • Intermezzo

  • Seguedille

  • Les dragons d`Alcala

  • Les Toreadors

Dauer

11 Min.
Manuel de Falla

Szenen und Tänze (Suite Nr. 1) aus Teil 1 des Balletts «El sombrero de tres picos» | «Der Dreispitz»

Sätze

  • Introduction - Afternoon

  • Dance of the Miller´s Wife (Fandango)

  • The Corregidor - The Miller´s Wife

  • The Grapes

Dauer

14 Min.