Details und Tickets

Interpreten

  • Rafael Fingerlos, Bariton
  • Sascha Goetzel, Dirigent

Programm

Franz von Suppé
Ouvertüre «Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien»
Carl Millöcker
«Dunkelrote Rosen» Lied des Fremden aus der Operette «Gasparone» (Orchesterfassung: Guido Mancusi)
Alma Maria Mahler
«Bei dir ist es traut» aus «Fünf Lieder» (Arr. für Singstimme und Orchester: Jorma Panula)
Franz Ferry Wunsch
«Heut' kommen d'Engerln auf Urlaub» Wiener Marschlied (Orchesterfassung: Guido Mancusi)
Alexander Zemlinsky
Zwischenspiel aus der Oper «Es war einmal»
Erich Wolfgang Korngold
«Mein Sehnen, mein Wähnen» Tanzlied des Pierrot aus der Oper «Die tote Stadt» (Reduzierte Fassung: Franz Willms)
Erich Wolfgang Korngold
- Pause -
Wolfgang Amadeus Mozart
«Ich möchte wohl der Kaiser sein» KV 539
Franz Schubert
Ballettmusik Nr. 2 aus der Schauspielmusik zu «Rosamunde» D 797
Franz Schubert
«An Silvia» D 891 (Orchestrierung: Alexander Schmalcz)
Franz Schubert
«Frühlingsglaube» D 686 (Orchestrierung: David Pennetzdorfer)
Franz Schubert
«An die Musik» D 547 (Orchestrierung: Max Reger)
Johannes Brahms
Ungarischer Tanz Nr. 5 g-Moll (Bearbeitung: Albert Parlow)
Ralph Benatzky
«Es muss was Wunderbares sein» Lied des Leopold aus der Operette «Im weissen Rössl»

Musik als Stimmungsbarometer einer Stadt: Sascha Goetzel, der 2020 gemeinsam mit Piotr Beczała einen großen Erfolg am Wolkenturm feierte, hat für seine Wiederbegegnung mit dem Tonkünstler-Orchester ein Programm zusammengestellt, das die Schwingungen Wiens einfängt. Dabei kommt die große symphonische Geste bei Franz Schubert, Johannes Brahms oder Erich Wolfgang Korngold genauso zum Tragen wie die kurze Pointe im bodenständigen Wienerlied. Wo es um Stimmungen geht, darf die menschliche Stimme nicht fehlen: Der junge österreichische Bariton Rafael Fingerlos bringt sich als Solist in den kurzweiligen Abend ein.

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Erich Wolfgang Korngold

«Straussiana» für Orchester

Dauer

6 Min.

Erich Wolfgang Korngold hatte immer ein besonderes Naheverhältnis zur Musik von Johann Strauß Sohn; seine Frau und lebenslange Gefährtin Luzi Korngold (1900–1962) nannte ihn gar einen «fanatischen Straußianer». Hubert Marischka, der Wiener Operettentenor und Direktor des Theaters an der Wien, bot Korngold 1923 an, Strauß’ Operette «Eine Nacht in Venedig» zu bearbeiten und zu dirigieren. Für Korngold war das ein «Riesenspaß», doch musste er sich damals deswegen offenbar auch rechtfertigen, denn er meinte, es wäre ganz und gar «keine Schande, sich für Johann Strauß einzusetzen» (Luzi Korngold). So entstand die erste seiner bald berühmten Strauß-Bearbeitungen, es folgten unter anderem neue Arrangements von «Cagliostro in Wien» (1927) und «Die Fledermaus» (1929). Korngold wurde zum Strauß-Experten. Heute, in einer Zeit von Urtextausgaben und authentischer Aufführungspraxis, sind seine «Eingriffe» in die Stücke eines anderen Komponisten kaum denkbar, damals jedoch bedeuteten sie für das Werk von Johann Strauß quasi eine «Lebensrettung». Korngold arrangierte aber ebenso die Werke anderer Komponisten neu, so etwa Franz Schuberts «Kindermarsch« (1917), Jacques Offenbachs «Die Schöne Helena» (1931), Leo Falls «Die geschiedene Frau» (1933), einen Tanz aus Felix Mendelssohn-Bartholdys «Sommernachtstraum» oder auch das «Urlicht» aus Gustav Mahlers «Zweiter Symphonie» aus Anlass von Max Reinhardts 70. Geburtstag (1943).

Auch in Hollywood verfasste Korngold 1942 mit der «Rosalinda» noch einmal eine Bearbeitung der «Fledermaus» von Strauß. Und schließlich sollte auch sein letztes Werk eine Hommage an den Wiener Komponisten werden: Korngold erhielt von einem amerikanischen Verleger den Auftrag, zwei Werke für kleines Orchester zu schreiben, die auch von Schüler- und Studentenorchestern gespielt werden konnten. Daraufhin entstanden «Thema und Variationen» op. 42, sein letztes gedrucktes Werk über ein eigenes Motiv, und «Straussiana», das ohne Opuszahl veröffentlicht wurde. Uraufgeführt wurde das Werk am 22. November 1953 im kalifornischen Inglewood. Hier verwendete Korngold drei weniger bekannte Stücke des von ihm so hoch geschätzten Komponisten: die Pizzicato-Polka «Fürstin Ninetta», die «Bitteschön-Polka» aus «Cagliostro in Wien» und einen Walzer aus «Ritter Pazman». Wieder einmal stellte Korngold damit unter Beweis, dass er ein gutes Gespür für Strauß’sche Musik besaß. Die Schlichtheit der «Straussiana» zeugt außerdem von seiner Sympathie für junge Musiker, für die das Stück ja gedacht war. Trotz der damit notwendigen Verein­fa­chung der instrumentalen Möglichkeiten gelang Korngold mit diesem Orchesterwerk eine glänzend klingende Bearbeitung von unbekannteren Strauß-Melodien.

© NÖ Tonkünstler Betriebsgesellschaft m.b.H. | Eva Maria Hois

Johannes Brahms

Ungarischer Tanz Nr. 1 g-Moll

Sätze

  • Allegro molto

Dauer

7 Min.
Johann Strauss

Rosen aus dem Süden, Walzer op. 388 nach Motiven aus der Operette «Das Spitzentuch der Königin»

Dauer

9 Min.

Am 1. Oktober 1880 fand im Theater an der Wien die Premiere der Operette «Das Spitzentuch der Königin» statt. Das Libretto von Heinrich Bohrmann erwies sich als untauglich für die Bühne, dem Werk war daher nicht der erwartete Erfolg beschieden. Johann Strauß hatte bei der Wahl seiner Librettisten selten eine gute Hand, daher gerieten viele seiner Operetten schnell in Vergessenheit. Strauß hatte es sich aber zur Angewohnheit gemacht, einzelne Nummern seiner Bühnenwerke für den Konzertsaal zu bearbeiten, so auch Melodien aus «Das Spitzentuch der Königin». Bereits vier Tage nach der Uraufführung kündigte der Verleger Cranz mit dem ersten «Spitzentuch-Potpourri» einen der bekanntesten und beliebtesten Strauß-Walzer an: «Rosen aus dem Süden». Die erste Melodie entstammte dem so genannten «Trüffel-Couplet», eine weitere der Romanze «Wo die wilde Rose blüht», auf die sich auch der Titel des Walzers bezieht. Das Wort «Süden» war wohl eine Huldigung an den Widmungsträger König Humbert I. von Italien.

Das Wiener Publikum war immer besonders an Strauß interessiert, schlechte Libretti minderten die Begeisterung nicht. So schrieb das «Fremdenblatt» über die Premiere: «Es war ein bewegter Abend. Das Haus bis zum Giebel gefüllt, galt es doch, ein Werk unseres Strauß zu hören, denn Strauß genießt das immer seltener werdende Prädikat , was soviel wie die dritte Steigerungsstufe für einen Künstler bedeutet. 1. Stufe = Herr Strauß,  2. Stufe = Strauß, 3. Stufe = unser Strauß!» So ist die Operette «Das Spitzentuch der Königin» nur auf den ersten Blick in Vergessenheit geraten, im Walzer «Rosen aus dem Süden» wurde sie zu einem der bekanntesten Werke des Walzerkönigs.

© Marie-Therese Arnbom | Tonkünstler